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Gedenkbuch

Aron, Helene

geb. Süssmann

Helene (genannt Lina) Aron, geborene Süssmann, kam am 4. Dezember 1880 in Ochtendung, Kreis Mayen, zur Welt. Ihre Eltern, Markus und Henriette Süssmann, geborene Rosenau, hatten noch sieben weitere Kinder. Linas Bruder, der Metzger August Süßmann ( geboren 1874 in Ochtendung), war ab dem 7. Oktober 1939 bis zu seiner Deportation im November 1941 ebenfalls in Düsseldorf gemeldet.

Lina Aron zog am 10. Juli 1913 von ihrer Heimatgemeinde Ochtendung zu ihrem Ehemann, dem Metzger Philipp Aron, nach Düsseldorf, in die Lorettostraße 26. Am 17. November 1913 brachte Lina ihren Sohn Joseph in Düsseldorf zur Welt. Ihr Mann starb am 26. Juni 1915 als Soldat im Ersten Weltkrieg. Der 37-Jährige wurde auf dem alten jüdischen Friedhof an der Ulmenstraße begraben. Nun musste Lina Aron allein für sich und ihren erst eineinhalbjährigen Sohn Joseph sorgen. Sie erhielt vom Kriegsversorgungsamt eine Kriegshinterbliebenenrente. Der Betrag von 89,93 RM wurde ihr auch später ins Ghetto von Litzmannstadt/Łódź überwiesen und zu einem Drittel ausgezahlt.

In Düsseldorf zog Lina Aron mehrmals um. Ihr Sohn Joseph hatte als 20-jähriger Düsseldorf bereits am 13. Januar 1933 verlassen. Lina Aron wohnte danach u.a. in der Kronprinzenstraße 62 und seit dem 10. Juni 1938 in der Derendorfer Straße 47. Nach der über sie angelegten Gestapoakte war sie vom 10. Juli 1913 bis zum 14. November 1941 in Düsseldorf gemeldet.

Tatsächlich wurde sie bereits am 27. Oktober 1941 ins Ghetto Litzmannstadt/Łódź deportiert. Im Ghetto wurde sie zusammen mit 57 anderen Männern, Frauen und Kindern, zunächst in das Zimmer 4 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 eingewiesen. In den Anmeldebögen gab sie als Beruf „Hausfrau“ an. Seit dem 10. April 1942 befand sie sich im Krankenhaus in der Richterstraße im Ghetto. Von der „Aussiedlung“ am 8. Mai 1942 konnte sie sich wegen „Arzt-Angelegenheiten“ zurückstellen lassen.

Seit dem 10. Juni 1942 wohnte sie mit sechs weiteren Mitgliedern des ehemaligen „Düsseldorfer Kollektivs“, darunter Adele Rosenstiel, geborene Jacobs, in der Königsberger Straße 8. Mit ihr zog sie am 15. Juli 1942 in die Pfauenstraße 15. Die beiden kannten sich aus ihrer Düsseldorfer Zeit und hatten einige Jahre gemeinsam in der Kronprinzenstraße 62 gelebt. Während der „Sperre“ im September 1942 wurden beide „ausgesiedelt“ und in Chełmno ermordet. Die Abmeldekarte für Lina Aron wurde nachträglich am 30. September 1942 ausgestellt.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf