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Gedenkbuch

Sanders, Isidor Isaak

Isidor Isaak Sanders wurde am 19. Juli 1895 als Sohn von Josef und Rosalie Sanders in Kaldenkirchen geboren. Er kämpfte als Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg als Musketier in der 7. Kompanie des Reserve Infanterie Regiments Nr. 236. Am 18. August 1917 wurde ihm das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen. Später wurde er verwundet und erhielt am 2. November 1918 das Verwundetenabzeichen in Schwarz. Nach Kriegsende zahlte ihm das Versorgungsamt in Düsseldorf eine Kriegsbeschädigtenrente von monatlich 28,30 RM. 

Isidor Isaak Sanders war mit Sophie Baum aus Süchteln verheiratet, ihr Sohn Erich wurde am 29. Mai 1930 in Kaldenkirchen geboren. Isidor Isaak Sanders verdiente den Lebensunterhalt der Familie als Viehhändler. Die Familie Sanders lebte in Kaldenkirchen in der Bahnhofstraße 77 und ab 1936 in Süchteln in der Krefelder Straße 46. 

Am 28. Oktober 1939 zogen sie von dort nach Düsseldorf in das sogenannte „Judenhaus“ Geibelstraße 39 im Stadtteil Grafenberg. Zuletzt musste Isidor Isaak Sanders in Düsseldorf Zwangsarbeit leisten, sein Arbeitsbuch hatte die Nummer 179/23285. In der von den Nationalsozialisten 1941 kurz vor der Deportation erzwungenen Vermögenserklärung gab er ein Sparbuch bei der Städtischen Sparkasse Düsseldorf an. 

Isidor Sanders wurde am 27. Oktober 1941 mit seiner Frau und seinem Sohn von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Sie mussten dort mit weiteren Deportierten in das Zimmer 9 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 einziehen. Im Ghetto erhielt Isidor Isaak Sanders zunächst weiterhin seine Kriegsbeschädigtenrente, allerdings wohl nur bis März 1942, denn zu diesem Zeitpunkt wurden die Zahlungen eingestellt. Er arbeitete im Ghetto in der Landwirtschaftssektion, seine Ghetto-Arbeitskarte trug die Nummer 13. 

Isidor Isaak Samuel konnte sich und seine Familie mit dem Nachweis seiner Auszeichnungen aus dem Ersten Weltkrieg und seiner Tätigkeit im Ghetto von der Deportation mit dem V. Transport am 8. Mai 1942 zurückstellen lassen. 

Nach der Auflösung der Kollektivunterkünfte Mitte Mai 1942 zog die Familie Sanders am 19. Mai 1942 in ein Zimmer der Wohnung 53 in der Fischstraße 5. Isidor Isaak Sanders musste mehrmals in das Krankenhaus des Ghettos eingewiesen werden. Belegt sind die Daten: 21. Juni, 28. Juni und 3. Juli 1942. Er verstarb am 8. Juli 1942 im Ghetto von Łódź. Die offizielle Todesursache wurde mit „Unterernährung“ angegeben. 

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf