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Gedenkbuch

Löwenstein, Johanna

geb. Davids

Johanna Davids wurde am 4. August 1892 als Tochter des Viehhändlers Max Davids und seiner Frau Julie, geborene Kamp, in Hüls bei Krefeld geboren. Ihre Familie war bereits über Generationen am Niederrhein ansässig. Johanna war die Älteste und hatte noch vier Geschwister: Martha (geboren 1893), Paula (geboren 1895), Luise (geboren 1897) und Walter (geboren 1898). 

Nach ihrer Heirat mit Hugo Löwenstein lebte Johanna mit ihrem Mann in Düsseldorf. Hier wurde am 2. Juli 1921 ihr erster Sohn Rudi geboren. Zwei Jahre später, am 6. September 1923, folgte der Sohn Kurt. 

Johanna Löwenstein sorgte sich um ihre Kinder und regelte den Haushalt in der Harleßstraße 5, während ihr Mann als Kaufmann in der Getreidebranche tätig war.

1935 verstarb ihre Mutter Julie Davids in Hüls und wurde auf dem dortigen jüdischen Friedhof begraben. Johannas ledige Schwester Paula kümmerte sich nun um den alleinstehenden Vater und führte den elterlichen Haushalt in Hüls. Nach den Übergriffen der Pogromnacht 1938 war für Johanna Löwenstein das Wichtigste, ihre beiden Söhne ins sichere Ausland zu bringen. Anfang Februar 1939 konnten beide Söhne mit einem Kindertransport nach England reisen. Für sie als Mutter war es nicht leicht, nicht mehr in der Nähe ihrer Kinder zu sein. In Briefen an Bekannte, die ebenfalls nach England emigriert waren, bat sie häufig darum, sich nach ihren Kindern umzuhören. 

Zur eigenen Emigration kam es nicht mehr, und Johanna Löwenstein wurde zusammen mit ihrem Mann Hugo am 27. Oktober 1941 in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Am Vortag der Deportation erhielt sie Besuch von einer guten Bekannten ihrer Schwester Martha Mannsbach, die in Beverungen lebte. Sie überbrachte ihrer Schwester über Ella Meyer einen Koffer mit warmer Kleidung, Lebensmitteln und Reiseproviant. Zu dieser Zeit wohnte das Ehepaar Löwenstein bereits im „Judenhaus“ in der Graf-Recke-Straße 21, wohin sie am 30. Juni 1941 umziehen mussten.

Im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź erhielt Johanna Löwenstein über das „Düsseldorfer Kollektiv“ eine Brotkarte mit der Nummer 168550. Zusammen mit ihrem Mann und weiteren Kollektivbewohnern lebte sie zunächst im Zimmer 9 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15. Dort waren sie mit insgesamt 66 Personen in einem Raum untergebracht. 

Als die Kollektivunterkünfte aufgelöst wurden, konnte sie mit ihrem Mann und ihrer Cousine Erna Frankfurt, geborene Davids, in ein Zimmer der Wohnung 15 in der Fischstraße 30 ziehen.

Nach dem Tod ihres Ehemanns am 24. Dezember 1942 lebte Johanna Löwenstein noch bis Mitte des Jahres 1944 im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź. Vom 5. bis 6. Juni 1944 musste sie in das Krankenhaus des Ghettos eingeliefert werden. Im Juni 1944 schaffte sie es, sich von einer für sie geplanten Deportation zurückstellen zu lassen. Am 18. Juli 1944 wurde Johanna Löwenstein aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź nach Chełmno gebracht und ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf