Gedenkbuch

Holländer, Benjamin

Der Kaufmann Benjamin „Benno“ Holländer kam am 22. Januar 1865 als Sohn von Joseph Holländer und seiner Frau Caroline Holländer, geborene Marx, in Langweiler bei Aachen zur Welt. Er hatte mit Simon (geboren 1869) einen jüngeren Bruder.

Benjamin Holländer heiratete am 11. Oktober 1893 Sophie Valk (1869-1942). Die Ehe wurde in Sophies Geburtsstadt Emden geschlossen. Nach der Hochzeit zogen die Eheleute nach Düsseldorf. Hier kam am 30. Oktober 1894 ihre Tochter Lydia zur Welt. Benjamin Holländer und seine Frau wohnten zu diesem Zeitpunkt auf der Ackerstraße 49. Am 1. August 1896 folgte der Sohn Erich.

Benjamin und seine Familie zogen auf die Schützenstraße 55, wo sie mindestens seit 1898 wohnten. Am 4. April 1898 kam Benjamins und Sophies drittes Kind Alfred zur Welt, das bereits ein Jahr später im Alter von einem Jahr und vier Monaten verstarb.

1899 gründete Benjamin Holländer gemeinsam mit dem Webermeister Heinrich Zimmermann die Firma B. Holländer & Co., eine Fabrik zur Herstellung von Gummiwaren, die ihren Sitz zunächst auf der Birkenstraße 39 und später im Untergeschoss der Ackerstraße 29A hatte.

Es folgten weitere Umzüge in Düsseldorf, zunächst in die zweite Etage der Börnestraße 3 und anschließend in die zweite Etage der Oststraße 174, wo Benjamin Holländer und seine Familie ab 1905 wohnten. Am 9. November 1907 kam mit Walter das letzte Kind der Eheleute zur Welt.

Benjamin Holländer und seine Familie zogen 1908 in die zweite Etage der Hüttenstraße 21, wo sie für zwei Jahre wohnten. 1910 erfolgte dann der letzte Umzug in die Grupellostraße 8, wo sich seit mindestens 1912 auch die Firmenvertretung befand. Ein Jahr nach dem Umzug wurde Benjamin Holländers Ehefrau Sophie als Prokuristin der Firma B. Holländer & Co. eingetragen.

Benjamin Holländers Sohn Walter wurde am 1. Januar 1928 in die Heil- und Pflegeanstalt Grafenberg eingewiesen, wo er am 9. März 1931 mit 23 Jahren verstarb.

Sein Sohn Erich Holländer hatte Physik studiert und anschließend promoviert. Ihm gelang 1941 die rechtzeitige Emigration über Kuba in die USA.

Benjamin Holländers verheiratete Tochter Lydia Conrady, geborene Holländer, emigrierte zunächst in die Schweiz und lebte in Zürich. Von hier reiste sie 1941 ebenfalls nach Kuba aus und zog später wie ihr Bruder in die USA.

Am 21. Juli 1942 wurden der 77-jährige Benjamin Holländer und die 73-jährige Sophie Holländer von Düsseldorf aus in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Von hier wurden sie am  21. September 1942 in das Vernichtungslager Treblinka deportiert und dort ermordet.

Benjamins Tochter Lydia Conrady begab sich nach dem Krieg auf die Suche nach ihren Eltern und stellte 1958 einen Suchantrag beim Internationalen Suchdienst der Arolsen Archives. Sein Sohn Erich Holländer verstarb am 7. Januar 1977 in Illinois und wurde auf dem Oakridge-Glen Oak Cemetery bestattet. Lydia überlebte ihren Bruder und war das letzte lebende Mitglied ihrer Familie. Ihr Sterbedatum ist unbekannt.

Autorin: Frederike Krenz, Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf e.V.