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Gedenkbuch

Marcus, Hanne Liese

Am 9. Februar 1921 wurde Hanne Liese Marcus in Dortmund geboren. Ihre Eltern, der Kaiserswerther Kaufmann Julius Marcus und Kathinka Blumenreich aus Dortmund, hatten am 7. April 1909 in Amsterdam geheiratet. Ein Jahr vor ihrer Geburt waren die Eltern aus den Niederlanden wieder nach Deutschland gezogen. Am 26. Januar 1929 verstarb ihre Mutter in Wuppertal-Elberfeld, da war Hanne Liese fast acht Jahre alt. Ihr Vater Julius Marcus heiratete Else Stern. Am 16. Dezember 1930 wurde in Düsseldorf ihr Halbbruder Hans Werner geboren. Bei dessen Geburt wohnte die Familie Marcus in der Karlstraße 74. Danach lebten sie bis 1935 in der Kaiserswerther Straße 188.

Nach der Pogromnacht 1938 musste Hanne Liese Marcus mit ihrer Familie umziehen. Im Haus In der Lohe 7 wohnten zu dieser Zeit auch ihre Tanten Johanna, Selma und Paula Marcus. Am 31. Juli 1941 mussten ihre Eltern in das „Judenhaus“ Schillerstraße 25 einziehen. Hanne Liese Marcus zog am 26. August 1939 zur Antoniusstraße 11. 

Hanne Liese Marcus wurde am 27. Oktober 1941 mit ihren Eltern und ihrem Bruder von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Im Ghetto wurde Hanne Liese Marcus und ihre Familie mit weiteren 18 Deportierten in das Zimmer 10 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 eingewiesen. Sie wurde vom „Düsseldorfer Kollektiv“ für eine Arbeit in der Gummimäntel-Fabrikation vorgeschlagen. Im Ghetto musste sie ihr Düsseldorfer Arbeitsbuch mit der Nummer 169/138981 abgeben. Am 13. Dezember 1941 erhielt sie eine Postanweisung über 9,60 Mark. Davon musste sie zwei Drittel an das „Düsseldorfer Kollektiv“ abführen. 

Hanne Liese Marcus wurde am 14. Mai 1942 im Alter von 21 Jahren zusammen mit ihren Eltern und ihrem Bruder mit dem XI. Transport aus dem Ghetto von Litzmannstadt/ Łódź gebracht und am nächsten Tag in Chełmno ermordet. 

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf