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Gedenkbuch

Freimark, Henriette

geb. Spier

Henriette Spier kam am 9. Januar 1891 in Sontra als Tochter des Lehrers Jakob Spier und dessen Frau Rosalie, geborene Levi, zur Welt. Sie hatte fünf Geschwister: Betty (geboren 1884), Willi (geboren 1888), Ludwig (1895-1916), Theodor (geboren 1898) und Frieda (geboren 1903). Ihre Eltern starben 1926 bzw. 1932 und wurden auf dem jüdischen Friedhof in Sontra begraben. Henriette Spier hatte am 30. Januar 1922 den Metzger Emanuel Freimark geheiratet, und am 28. Juli 1923 kam in Sontra ihr Sohn Alfred Ludwig zur Welt.

Die Familie ließ sich kurze Zeit später in Düsseldorf nieder. Ihr Mann betrieb dort die Metzgerei „Freimark und Ermann“ in der Hohe Straße 8 und 1933 in der Kölner Straße 60 (in der NS-Zeit: Horst-Wessel-Straße). Privat wohnte die Familie in der Ackerstraße 107. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Familie gegen ein Uhr in ihrer Wohnung überfallen und in die Toilette eingesperrt. Erst am Morgen konnten sie sich mithilfe von Nachbarn befreien und fanden ihre Wohnung völlig demoliert vor. Da die Wohnung zerstört war, zogen sie in ihr Geschäftshaus Kölner Straße 60.

Henriette Freimark wurde mit ihrem Mann und ihrem Sohn am 27. Oktober 1941 von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Dort kamen sie zusammen mit 70 weiteren Personen in das Zimmer 1 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15. Henriette Spier erhielt im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź eine Brotkarte mit der Nummer 168253. Sie nahm am 28. Mai 1942, einen Tag nach dem Tod ihres Sohnes, einen Kredit (Nr. 116) auf, der am 11. August 1942 wieder gestrichen wurde. Henriette Freimark lebte noch bis August 1944 im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź. Bei der Auflösung des Ghettos wurde sie mit ihrem Ehemann in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Dann verliert sich ihre Spur.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf