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Gedenkbuch

Marcus, Else

geb. Stern

Else Stern wurde am 24. Oktober 1896 in Lichtenau geboren. Ihre Eltern, Philipp und Julie Stern, geborene Sommer, hatten noch drei weitere Kinder: Heinemann Stern (geboren 1867), Emma Stern (geboren 1873) und Henny Stern (geboren 1902).

Else Stern heiratete um 1930 den Witwer Julius Marcus, der die 1921 geborene Tochter Hanne Liese mit in die Ehe brachte. Zusammen bekamen sie am 16. Dezember 1930 in Düsseldorf den Sohn Hans Werner. Bei dessen Geburt wohnte die Familie Marcus in der Karlstraße 74. Danach lebten sie bis 1935 in der Kaiserswerther Straße 188.
Nach der Pogromnacht 1938 musste Else Marcus mit ihrer Familie umziehen. Im Haus In der Lohe 7 wohnten zu dieser Zeit auch ihre Schwägerinnen Johanna, Selma und Paula Marcus. Am 31. Juli 1941 musste Else Marcus mit ihrer Familie in das „Judenhaus“ Schillerstraße 25 einziehen.

Elses Schwester Henny Stern (24.01.1902 Lichtenau – 08.06.1942 KZ Ravensbrück) wohnte seit Ende 1932 ebenfalls in Düsseldorf. Im Juni 1942 sollte Else Marcus von der Gestapo darüber informiert werden, dass ihre Schwester Henny im Konzentrationslager Ravensbrück gestorben sei. Die Besichtigung der Leiche sei aus hygienischen Gründen nicht möglich. Aber Else Marcus war bereits am 27. Oktober 1941 mit ihrer Familie in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert worden, wie es auch der Gestapobeamte Pütz in Henny Sterns Akte vermerkte.

Im Ghetto wurde Else Marcus und ihre Familie mit weiteren 18 Deportierten in das Zimmer 10 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 eingewiesen. Else Marcus wurde mit ihrem Mann und den beiden Kindern am 14. Mai 1942 mit dem XI. „Aussiedlungstransport“ aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź in das Vernichtungslager Chełmno gebracht und am nächsten Tag ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf