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Gedenkbuch

Ems, Rudolf

Am 22. Dezember 1874 wurde Rudolf Ems als eines von fünf Kindern der Eheleute Emil Michael und Agnes Ems, geborene Lenzberg, in Münster in Westfalen geboren. Vier der Ems-Kinder verschlug es ins Rheinland: Fritz und Rudolf nach Düsseldorf, Lise nach Köln und Hermann Georg nach Krefeld.

Am 11. Oktober 1911 heiratete Rudolf Ems die 16 Jahre jüngere Gertrud Wertheim aus Berlin. Am 15. August 1916 wurde in Düsseldorf der erste Sohn geboren, Walter Robert. Acht Jahre später, am 17. September 1924, folgte Herbert Martin.

Die Familie zog 1933 von der Worringer Straße 58 ins Zooviertel auf das Düsselkämpchen. Am 6. Januar 1935 verstarb Rudolf Ems’ Frau Gertrud. Ein Jahr später, am 21. Februar 1936, konnten die beiden Söhne zu Rudolfs Schwester Lise Goldfinger, die in San Francisco lebte, ausreisen.

Schon in den zwanziger Jahren, während der Inflation und Wirtschaftskrise, hatte Rudolf Ems, der mit seinem Kompagnon Palm ein Schuh En Gros Geschäft betrieb, unter schweren Depressionen gelitten. Nach dem Tod seiner Frau und dem Weggang seiner Söhne kümmerte sich sein jüngerer Bruder Dr. Fritz Ems mit seiner Frau Anni und den beiden Töchtern Margarethe und Lore um ihn und nahm ihn in seiner Wohnung in der Heinestraße 9 (ab 1935: Dietrich-Eckart-Straße und ab 1963 bis heute: Cantadorstraße) auf, bis die Familie im Sommer 1938 ebenfalls in die USA abreiste.

Am 18. August 1938 ließ sich Rudolf Ems in die Jacoby’sche Jacoby’sche Heil- und Pflegeanstalt für Nerven- und Gemütskranke in Bendorf-Sayn einweisen. Aus den Briefen an seine Geschwister und Söhne in den USA geht hervor, wie sehr ihn die dortige Situation belastete. 1940 holte ihn seine Schwiegermutter Paula Wertheim (geborene Gotthelft, am 21. Mai 1867 in Kassel) ab und brachte ihn nach Eisenach in das Haus von Dr. Josef Wiesen, des Großrabbiners von Thüringen.

Als die Deportationen im Herbst 1941 begannen, nahm sich Rudolf Ems das Leben. In seinem undatierten Abschiedsbrief heißt es: „…tröstet Euch in der Gewissheit, dass mein Tod mir Erlösung von einem unerträglichen Leben bringt.“ Seine Schwiegermutter Paula Wertheim wurde am 7. September 1942 von Kassel ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort starb sie am 1. März 1943.

 Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf