Sie haben die richtige Internetadresse für das Gedenkbuch der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 – 1945 aufgerufen.
Die Seiten sind optimiert für den Abruf mit einem Tablett oder einem Computer.
Vielen Dank für Ihr Verständnis



You have accessed the correct internet address for the memorial book of the state capital Düsseldorf in memory of the Jewish victims from 1933 to 1945.
The pages are optimized for viewing with a tablet or computer.
Thank you for your understanding.

Bitte drehen Sie Ihr Gerät ins Querformat

Gedenkbuch

Rosenbusch, Sally

Am 16. November 1864 wurde Salomon (Sally) Rosenbusch in Borken geboren. Seine Eltern Feist und Gelle Rosenbusch, geborene Strauß, hatten noch neun weitere Kinder und waren sehr fromm. Sally Rosenbusch besuchte die Schule in Höchberg und das Lehrerseminar in Köln und legte die erste und die zweite Lehrerprüfung ab. Er arbeitete danach als Lehrer in Viersen und Dinslaken. Später arbeitete er als Kaufmann. Sally Rosenbusch heiratete Fanny Bernhard aus Dinslaken. Seine Frau war dort am 21. Juli 1864 zur Welt gekommen.

Am 29. Dezember 1889 kam seine Tochter Else in Dinslaken zur Welt. Seine zweite Tochter Julie kam am 3. Mai 1892 in Düsseldorf zur Welt, wo die Familie seit 1890 wohnte. Die dritte Tochter, Irma, wurde am 16. Oktober 1895 in Düsseldorf geboren. Als letztes Kind kam Paula am 24. Februar 1898 zur Welt. Bereits 1897 war Sally Rosenbusch im Düsseldorfer Adressbuch mit der Adresse Oststraße 101 mit einer Eisenwarenhandlung verzeichnet. Seine Tochter heiratete 1913 Isidor Frank aus Bramsche und zog zu ihrem Mann nach Witten, wo sie zwei Söhne bekamen.

Sally Rosenbusch gehörte 1918 bereits zum Vorstand der Düsseldorfer Synagogengemeinde. 1921 existierte eine Wahlliste „Rosenbusch“ zur Wahl des Vorstandes der Gemeinde. Zu diesem Zeitpunkt wohnte er im Haus Graf-Adolf-Straße 45 in Düsseldorf. Dort unterhielt er im Untergeschoß eine Haushaltungswarenhandlung.

Seine Tochter Paul, die den Osnabrücker Ernst Meyer geheiratet hatte, verstarb am 20. Mai 1924 in Duisburg. Am 18. November 1926 verstarb auch seine Frau in Düsseldorf. Sie wurde auf neuen jüdischen Friedhof an der Ulmenstraße begraben.

Im Jahr 1933 feierte Sally Rosenbusch sein 25-jähriges Jubiläum als Vorstandsmitglied der Chewra Kadisha, der Beerdigungsbruderschaft. Die Gemeindezeitung für den Synagogenbezirk Düsseldorf widmete ihm in ihrer Ausgabe Nummer 13 im Jahrgang 1932/33 einen ausführlichen Artikel. Bereits in der Ausgabe Nummer 16 des Jahrgangs 1930/31 Nr.16 war ein Artikel mit Foto „Sally Rosenbusch 25 Jahre Repräsentant“ zu seinen Ehren veröffentlicht worden. Darin hieß es unter anderem: „Es gibt wohl kaum eine Persönlichkeit in unserer Gemeinde, die in allen Kreisen so bekannt ist, wie Sally Rosenbusch. Besonders die Ärmsten der Armen wissen ihn stets zu finden, und in keinem Trauerhaus, bei keiner Taharo, bei keinem Minjan, bei keinem Gottesdienst fehlt er.

1934 wohnte Sally Rosenbusch zwischenzeitlich im Haushalt seiner Tochter Else Frank in der Kasernenstr. 67 b. Später zog Sally Rosenbusch in die Oststraße 118. Dort wohnte er auch während des Novemberpogroms 1938. Als am Abend des 15. November 1938 die Gestapo einige Leichname der Pogromopfer frei gab, sprach Sally Rosenbusch für die Opfer die Totengebete, da die beiden Düsseldorfer Rabbiner Dr. Max Eschelbacher und Dr. Siegfried Klein noch im Polizeipräsidium in Haft saßen.

Am 30. März 1939 emigrierte er nach Amsterdam, wo sich seit Januar seine Tochter Else Frank mit ihrer Familie befand. Diese wohnte in Amsterdam in der Gaapstraat 44. Im Februar 1941 war die Adresse Amstellaan 79 III. Dort war auch Sally Rosenbusch gemeldet.
Am 15. Mai 1943 wurde er im Durchgangslager Westerbork interniert, drei Tage später von dort in das Vernichtungslager Sobibór deportiert und nach der Ankunft am 21. Mai 1943 ermordet.