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Gedenkbuch

Freimark, Emanuel

Emanuel Freimark wurde am 31. März 1888 in Marktheidenfeld am Main geboren. Seine Eltern Abraham Freimark (1846 – 15.10.1913 Marktheidenfeld) und Jette Freimark, geborene Freund (1858 – 28.08.1908 Marktheidenfeld) bekamen 1889 noch den zweiten Sohn, Bernhard Freimark (1889-1951).

Emanuel Freimark kämpfte als Soldat im Ersten Weltkrieg. Als Soldat der 7. Kompanie im Infanterie Regiment 94, II. Bataillon, wurde er im Februar 1915 schwer verwundet und war in der Folge auf eine Gehhilfe angewiesen. Er bekam daher eine Kriegsrente zugesprochen, und als Auszeichnungen wurden ihm das Eiserne Kreuz II. Klasse und das Verwundetenabzeichen in Schwarz verliehen. Am 30. Januar 1922 heiratete er in Sontra Henriette Spier, ihr gemeinsamer Sohn Alfred Ludwig wurde am 28. Juli 1923 in Sontra geboren.

Die Familie ließ sich kurze Zeit später in Düsseldorf nieder. Emanuel Freimark betrieb dort die Metzgerei „Freimark und Ermann“ in der Hohe Straße 8 und 1933 in der Kölner Straße 60 (in der NS-Zeit: Horst-Wessel-Straße). Privat wohnte die Familie in der Ackerstraße 107. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden Emanuel Freimark und seine Familie gegen ein Uhr in ihrer Wohnung überfallen und in die Toilette eingesperrt. Erst am Morgen konnten sie sich mithilfe von Nachbarn befreien und fanden ihre Wohnung völlig demoliert vor. Da die Wohnung zerstört war, zogen sie in ihr Geschäftshaus Kölner Straße 60.

Emanuel Freimark wurde mit seiner Frau und seinem Sohn am 27. Oktober 1941 von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Dort kamen sie zusammen mit 70 weiteren Personen in das Zimmer 1 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15. Emanuel Freimark erhielt zunächst auch im Ghetto seine Kriegsrente des Versorgungsamtes Düsseldorf über 25.65 Mark. Diese Zahlungen wurden aber spätestens im März/April 1942 eingestellt. Im Ghetto wurde er vom „Düsseldorfer Kollektiv“ für eine Arbeit als Schreiner vorgeschlagen. Am 7. Januar 1942 wurde Emanuel Freimark der Eingang von 19,30 sowie zweimal 9,60 Mark gutgeschrieben. Von sämtlichen Einkünften musste er zwei Drittel an das „Kollektiv“ abführen. Von der IV. Mai-Deportation 1942 konnte er sich und seine Familie durch ein Schreiben des „Düsseldorfer Kollektivs“ zurückstellen lassen; darin wurde auf seine Kriegsauszeichnungen und die Bettlägerigkeit seines Sohnes hingewiesen. Am 22. Mai 1942 konnte die Familie Freimark im Ghetto in die Fischstraße 3, Wohnung 18, ziehen. Nur wenige Tage später, am 27. Mai 1942, verstarb der Sohn Alfred Ludwig Freimark. Am 28. Mai 1942 nahm Emanuel Freimark einen Kredit im Ghetto auf und zog am 8. November 1942 mit seiner Frau nochmals um, diesmal in die Fischstraße 9, Wohnung 41a. Als Grund gaben sie an: „kleinere Wohnung“. Emanuel Freimark lebte mit seiner Frau bis August 1944 im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź. Bei der Auflösung des Ghettos wurden sie nach Auschwitz deportiert und vermutlich sofort ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf