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Gedenkbuch

Cohen, Carl

Carl Cohen kam am 20. Januar 1888 als Sohn des Kaufmanns Josef Cohen (1857-1942) und seiner Frau Julia Cohen (1863-1894), geborene Bernhard, in Düsseldorf zur Welt. Er hatte mit Else (geboren 1886) eine ältere Schwester. Es folgten die jüngeren Geschwister Selma (geboren 1889), Alfred (geboren 1890) und Anna (geboren 1892). Carls Mutter Julia verstarb und sein Vater Josef heiratete die Schwester seiner verstorbenen Frau, Selma Bernhard (geboren 1865 in Dinslaken). Mit Paul (geboren 1895), Siegfried (geboren 1895), Ernst (geboren 1896) und Hans (Datum unbekannt) bekam Carl vier Halbgeschwister.

Carl Cohen und seine Familie wohnten in Düsseldorf auf der Friedrichstraße 31. Sein Vater Josef Cohen war Inhaber des Haushaltswarengeschäfts Schickenberg & Co. Nachfolger für Eisenwaren, Herde, Öfen und Haushaltsgegenstände. Später wurde das Geschäft als Familienunternehmen geführt und Carl war neben seinem Vater und seinen zwei Brüdern Alfred und Paul Mitinhaber des Geschäfts. Carls Schwester Selma Adler, geborene Cohen, verstarb wenige nach der Geburt ihrer Tochter Charlotte im August 1923 im Alter von 34 Jahren.

Im September 1938 wurden Carl Cohen, sein Vater und seine Brüder zum Verkauf des Familiengeschäfts gezwungen. In der Pogromnacht wurden sie in ihrer Wohnung auf der Friedrichstraße 31 von Nazi-Schlägern überfallen. Bei dem Überfall wurden auch etliche Gemälde der Düsseldorfer Malerschule vernichtet oder stark beschädigt.

Carls Halbbruder Paul, der mit Maria Cohen, geborene Nolten, verheiratet war, floh in Folge der Pogromnacht und der zunehmenden Gefahr durch die Gestapo mit seiner Frau in die Niederlande, wo er zunächst in Maastricht und Valkenburg wohnte.

1940 zogen Carl Cohen, sein Vater Josef und sein Bruder Alfred in die Friedrichstraße 24, wo sie sich gemeinsam eine Wohnung teilten. Von hier wurde Carl Cohen gemeinsam mit seinem Bruder Alfred am 10. November 1941 in das Ghetto Minsk deportiert. Sie haben nicht überlebt.

Sein 85-jährige Vater Josef Cohen wurde am 21. Juli 1942 von Düsseldorf aus in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Hier verstarb er am 29. August 1942 in Gebäude L219 im Zimmer 024. Auf der Todesfallanzeige wurde eine Herzschwäche als Todesursache vermerkt.

Carls Schwester Else Stern, geborene Cohen, wurde am 11. Dezember 1941 von Düsseldorf aus in das Ghetto Riga deportiert. Sie wurde 1944 aus dem Ghetto Riga in das Konzentrationslager Stutthof deportiert, wo sie am 29. Dezember 1944 starb.

Seine Schwester Anna Bernhard, geborene Cohen, wurde am 18. Juni 1943 über Köln in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Aus dem Ghetto wurde sie am 6. Oktober 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Sie hat nicht überlebt.

Carls Halbbruder Paul, der mit seiner Frau in die Niederlande geflohen war, überlebte den Holocaust und starb am 28. März 1979 im Alter von 85 Jahren. Alfreds Halbbruder Siegfried scheint ebenfalls überlebt zu haben.

Autorin: Frederike Krenz, Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf