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Gedenkbuch

Eltzbacher, Hildegard

geb. Marburger

Hildegard Marburger kam am 13. Oktober 1900 als Tochter von Sally Marburger und seiner Frau Ida Marburger, geborene Herz, in Essen zur Welt. Sie hatte mit Erna Henriette (geboren 1896) eine ältere Schwester. Hildegards Mutter Ida Marburger verstarb am 3. Februar 1908 in Düsseldorf und wurde auf dem alten jüdischen Friedhof bestattet.

Am 23. Mai 1923 heiratete Hildegard Marburger den Kaufmann Josef Eltzbacher (geboren 1898). Die Eheleute lebten in Düsseldorf, wo sie mindestens von 1929 bis 1931 in der zweiten Etage auf der Scheurenstraße 57 wohnten. Hildegard Eltzbacher arbeitete als Sekretärin des Bankiers Siegfried Falk, während ihr Mann seit 1930 eine Wäscherei auf der Kurfürstenstraße 59 betrieb. 1936 zog die Wäscherei auf das Fabrikgelände eines jüdischen Fabrikanten auf der Königsberger Straße 26 Ecke Ronsdorfer Straße. In der Gemeindezeitung für den Synagogenbezirk Düsseldorf finden sich zahlreiche kreative Werbeanzeigen, mit denen Hildegards Mann Josef Eltzbacher auf die Angebote der Wäscherei aufmerksam machte.
Auch Hildegards Schwester Erna Henriette wohnte mit ihrem Mann Ludwig Preiss in Düsseldorf.

Hildegard und Josef Eltzbacher waren beide aktive Tennisspieler und engagierten sich im jüdischen Turn- und Sportverein Makkabi in Düsseldorf. Hildegard Eltzbacher war 1930 als stellvertretender Obmann im Tennis, als Beisitzerin des Tennis-Ausschusses und 1932 und 1934 als stellvertretende Schriftführerin tätig, während sich ihr Mann Josef Eltzbacher von 1930 bis 1939 als Schriftführer und Kassierer engagierte. Ihr Mann, der als Soldat im Ersten Weltkrieg gekämpft hatte, war zudem sehr aktives Mitglied im Reichsbund jüdischer Frontsoldaten.

1932 zogen Hildegard und Josef Eltzbacher auf die Pempelforter Straße 10/12, wo sie bis mindestens 1938 wohnten. Während des Pogroms im Noember 1938 wurde Josef Eltzbachers Wäscherei überfallen. Dabei wurde die Kundenwäsche auf den Hof geworfen und angezündet, während der ganze Betrieb zerstört wurde. Hildegard und Josef Eltzbacher zogen vermutlich in Folge des Pogroms in die Kaiser-Wilhelm Straße 15.

Hildegards Schwägerin Hedwig Sondermann, geborene Eltzbacher, emigrierte 1939 mit ihrem Mann in die USA. Hildegards Schwiegermutter Meta, die zuvor in Horn bei ihrer Tochter Hedwig gewohnt hatte, zog nun zu Hildegard und ihrem Mann nach Düsseldorf in die Kaiser-Wilhelm Straße 15. Von hier unternahm ihre Schwiegermutter im März 1941 den Versuch zu Hedwig in die USA auszureisen, was jedoch misslang.

Hildegard Eltzbacher, ihr Mann Josef und ihre Schwiegermutter Meta zogen aus der Kaiser-Wilhelm Straße 15 zur Untermiete in ein sogenanntes Judenhaus auf der Charlottenstraße 61, wo ihr Einzug für den 21. Juli 1941 dokumentiert wurde. Hier wohnten sie bis zu ihrer Deportation. Hildegard und Josef Eltzbacher wurden am 22. April 1942 von Düsseldorf aus in das Ghetto Izbica deportiert. Ihr weiterer Weg ist ungewiss. Sie haben nicht überlebt.

Hildegards Schwiegermutter Meta Eltzbacher wurde nur wenige Monate später am 21. Juli 1942 von Düsseldorf aus in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Aus dem Ghetto wurde sie in das Vernichtungslager Treblinka deportiert und dort ermordet. Hildegards Schwester Erna Henriette Preiss, geborene Marburger, wurde im September 1944 im sogenannten „Mischehentransport“ von Düsseldorf aus in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie am 2. Februar 1945 im Eingangsbuch des Ghettos registriert wurde. Sie überlebte den Holocaust.

Autorin: Frederike Krenz, Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf