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Gedenkbuch

Manes, Oskar

Oskar Manes wurde am 26. Januar 1858 in Düsseldorf geboren. Seine Eltern waren Isaak Simon Manes und Sophia Manes, geborene Fränkel. Sein Vater betrieb die Firma S.J. Manes in der Bolkerstraße 22. Im Jahr 1883 erhielt Oskar Manes Prokura und im Jahr 1890 übernahm er schließlich die elterliche Firma.
Am 27. März 1890 heiratete Oskar Manes in Breslau Else Lobethal. Seine Frau war in Breslau am 11. März 1865 als Tochter von Jacob und Sophie Lobethal, geborene Steinitz, zur Welt gekommen. Oskar Manes bekam mit seiner Frau drei Kinder, die alle in Düsseldorf geboren wurden: Paul (geboren am 15. September 1891), Margarete (später verheiratete Ferber, geboren am 3. Dezember 1892) und Susi (später verheiratete Stein, geboren am 17. April 1899). Die Familie wohnte lange Zeit im eigenen Haus in der Ostendorfstraße 10.

Im Jahr 1920 war Oskar Manes Gründungsmitglied der Düsseldorfer Industrie- und Handelskammer und Erster Vorsitzender, von 1924 bis 1929 saß er als Stadtverordneter für die Deutsche Demokratische Partei (DDP) im Düsseldorfer Stadtrat. In der Jüdischen Gemeinde war er Repräsentantenvorsteher und von 1918 bis 1927 auch im Vorstand der Synagogengemeinde Düsseldorf. 1925 veröffentlichte das Israelitische Familienblatt in seiner Ausgabe vom 9. Juli 1925 einen Bericht, der vermeldete, das Oskar Manes während einer Theateraufführung vom offenbar angetrunkenen Benrather Bürgermeister Melis antisemitisch beschimpft wurde.

Sein 70. Geburtstag im Januar 1928 wurde in der Chronik des Düsseldorfer Adressbuches vermerkt und im Düsseldorfer Stadt-Anzeige mit einem Artikel bekanntgegeben. Spätere „runde“ Geburtstage fielen in die NS-Zeit und wurden nur noch in der Gemeindezeitung für den Synagogenbezirk Düsseldorf in ausführlichen Artikeln gewürdigt. Am Tage von Oskar Manes’ 81. Geburtstag – dem 26. Januar 1939 – starb seine Frau.
1941 musste Oskar Manes von der Ostendorfstraße 10 in eine kleinere Wohnung im Haus Düsselkämpchen 2 umziehen. Zuletzt wohnte er in der Aderstraße 59. Dorthin kam die Benachrichtigung seiner „Umsiedlung“ ins Ghetto Theresienstadt am 21. Juli 1942. Den Transport mit dem Deportationszug überlebte er nicht: Sein Tod wird mit dem Datum vom 22. Juli 1942, dem Tag der Ankunft dieser Deportation, in Theresienstadt vermerkt. Sein Vermögen von über 57.000 Reichsmark wurde von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) eingezogen und auf das Sonderkonto ‘W’ eingezahlt.

Seine Kinder waren bereits vor ihm in drei verschiedene Ghettos deportiert worden: Paul Manes starb am 11. Mai 1942 im Ghetto Litzmannstadt/Łódź. Dessen Frau Margarethe wurde am 5. Juli 1944 aus dem Ghetto Litzmannstadt/Łódź ins Vernichtungslager Kulmhof/Chełmno gebracht und ermordet. Die Tochter Margarete wurde mit ihrem Ehemann Leopold Ferber (geboren 1880) am 10. November 1941 von Wuppertal über Düsseldorf ins Ghetto von Minsk deportiert. Auch sie haben nicht überlebt. Die jüngste Tochter, Susi Stein, wurde am 13. Dezember 1941 mit ihrem Ehemann von Bielefeld aus ins Ghetto von Riga gebracht. Auch sie überlebten nicht.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf