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Gedenkbuch

Levison, Fanny

geb. Leubsdorf

Fanny Leubsdorf wurde am 15. Dezember 1878 als Tochter des Kaufmanns Nathan Isaac Leubsdorf (1844 – 1894),  und dessen Frau Billa, geborene Bürger (1853 Siegburg – 1924 Düsseldorf), in Köln geboren. Ihr Bruder Hermann war ein Jahr früher in Siegburg zur Welt gekommen, wo die Familie ihre Wurzeln hatte. Ihre Schwester Ella kam 1882 in Köln zur Welt.

Fanny Leubsdorf heiratete 1901 in Köln ihren Cousin Dr. Carl Levison ( geboren 1875 in Düsseldorf). Sie wohnten in Düsseldorf in ihrem eigenen Haus am Schwanenmarkt 3. Ihr Mann hatte sein Medizinstudium mit Promotion abgeschlossen. Am 14. Juli 1902 kam in Düsseldorf ihr erster Sohn Paul Nathan Levison zur Welt. Der zweite Sohn, Robert, wurde am 8. August 1903 geboren. Das letzte gemeinsame Kind, Reinhold, kam am 12. Juni 1906 in Düsseldorf zur Welt. Am 7. August des Folgejahrs wurde Fanny Levison von einem schweren Schicksalsschlag getroffen. Ihr Mann starb am 7. August 1907 im Alter von nur 32 Jahren. Jetzt war Fanny Levison mit ihren drei Kindern allein.
1934 gehörte Fanny Levison zusätzlich noch ein Haus in der Deichstraße 27. Kurz vor der geplanten Emigration zog ihr Sohn Robert Levison am 9. August 1938 mit seiner Frau zu Fanny Levison.

In der Pogromnacht 1938 wurde das Haus am Schwanenmarkt verwüstet und ihre drei Söhne verhaftet und einige Tage später in das Konzentrationslager Dachau überführt. Fanny Levison erreichte ihre Freilassung, und den Söhnen Paul Nathan und Robert gelang 1939 die Auswanderung. Ihr jüngster Sohn Reinhold und Fanny Levison selbst blieben in Deutschland.

Am 23. September 1939 wurde in Fanny Levisons Wohnung eine Razzia durchgeführt, bei der ein Radiogerät sowie Lebens- und Waschmittel beschlagnahmt wurden. Am 1. August 1941 zog ihr Sohn Reinhold Levison mit seiner Frau zu ihr in die Wohnung. Ihr Haus war mittlerweile zu einem sogenannten Judenhaus geworden.

Fanny Levison wurde zusammen mit ihrem Sohn Reinhold und dessen Frau am 27. Oktober 1941 von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Dort mussten sie mit weiteren Kollektivmitgliedern in das Zimmer 11 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 einziehen. Fanny Levison erhielt im Dezember 1941 eine Zahlung über 9,60 Mark, von der sie zwei Drittel als Beitrag an die Solidargemeinschaft des „Düsseldorfer Kollektivs“ abführte. Anfang Mai 1942 beantragte sie die Aufhebung der „Ausreiseaufforderung“ mit der Begründung, dass sie sehr krank sei. Ihrem Antrag legte sie ärztliche Bescheinigungen bei. Auch ihr Sohn Reinhold Levison versuchte sie als Familienmitglied zu retten. Mit dem IV. Transport am 7. Mai 1942 wurde Fanny Levison aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź nach Chełmno gebracht und dort am nächsten Tag ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf