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Gedenkbuch

Mayer, Leo

Leo Mayer wurde am 5. Juli 1892 in Köln geboren. Seine Eltern waren Hermann Mayer und Marianne Mayer, geborene Horn (01.11.1857 Köln – 28.08.1942 Theresienstadt). Leo Mayer kämpfte als Unteroffizier im Ersten Weltkrieg und gehörte der 3. Kompanie des 53. Infanterie-Regiments an. Am 5. August 1914 wurde er durch einen Schrapnellschuss im linken Bein verwundet. Dafür wurde er mit dem Verwundetenabzeichen und später auch mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. 

Leo Mayer war mit der Kölnerin Paula Cohnen verheiratet. Ihr Sohn Kurt Julius Mayer war am 7. Februar 1924 in Köln zur Welt gekommen. Von Beruf war Leo Mayer Kaufmann. Er lebte mit seiner Familie 1933 in Dortmund, Schwanenwall 46, bei der Familie Rosenfeld. 

Die Familie Mayer zog am 3. April 1934 nach Düsseldorf in die Worringer Straße 65 und nach drei Wochen in die Graf-Adolf-Straße 26. Mehrfach unternahm Leo Mayer Besuchsreisen, für die er sich jeweils in Düsseldorf behördlich abmelden musste. Belegt sind Abmeldungen in die Niederlande (18. Juni 1934), München (23. Mai 1936) und Stuttgart (11. September 1938). In Düsseldorf war er in der Kaiser-Wilhelm-Straße 53, in der Bismarckstraße 94, in der Graf-Adolf-Straße 84, in der Steinstraße 73, in der Bilker Straße 23a und zuletzt (ab dem 10. März 1939) in der Karlstraße 95 gemeldet.

Im April 1937 feierte die Familie Mayer die Bar-Mizwa ihres Sohnes Kurt Julius in der Steinstraße 73. Kurt besuchte die Gartenbauschule in Ahlem und konnte von dort am 21. Oktober 1939 nach Dänemark emigrieren.

Leo Mayer wurde mit seiner Ehefrau am 27. Oktober 1941 von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Dort mussten sie mit weiteren Deportierten in die Kollektivunterkunft Fischstraße 15, Zimmer 19, einziehen. Leo Mayer arbeitete zunächst im Marysin und wurde am 20. November 1941 zum Leiter des Arbeitseinsatzes des „Düsseldorfer Kollektivs“ bestimmt (siehe Dokument). Er konnte sich und seine Frau durch den Hinweis auf seine Auszeichnungen im Ersten Weltkrieg und seine Tätigkeit als Leiter des Arbeitseinsatzes vom XII. Transport am 15. Mai 1942 zurückstellen lassen.

Nach der Auflösung der Kollektivunterkünfte (Mitte Mai 1942), zog das Ehepaar Mayer am 19. Mai 1942 in die Wohnung 47 der Fischstraße 21. Leo Mayer verstarb am 9. Juli 1942 im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź. Als offizielle Todesursache wurde „tuberkulöse Gehirnhautentzündung“ festgestellt.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf