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Gedenkbuch

Frank, Günter

Günter Wolfgang Frank kam am 9. Januar 1922 in Düsseldorf als Sohn von Benno und Rosa Frank, geborene Joseph, zur Welt. Er hatte vier Geschwister: Irma (geboren 1902), Erich (geboren 1904), Helene (geboren 1905) und Fritz (geboren 1907). Die Familie wohnte in Düsseldorf in der Jahnstraße 28. Seinen Eltern Rosa und Benno Frank gehörte eine Metzgerei in Düsseldorf. Am 27. Februar 1930 verstarb sein Vater Benno Frank und kurze Zeit später, am 12. Juli 1930, auch seine Schwester Irma. Sie wurde nur 28 Jahre alt.
Günter Frank wohnte weiterhin bei seiner Mutter in der Jahnstraße 28 in Düsseldorf. Günter war befreundet mit Henny Levy. Als sie emigrierte nahm sie ein Foto von Günter mit, das sie später der Sammlung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf übergab.

Günter Frank absolvierte eine Ausbildung zum Elektriker. Er wurde jedoch ab 1939 zur Zwangsarbeit verpflichtet. Seit dem 14. November 1939 musste er zunächst auf dem Düsseldorfer Ausstellungsgelände arbeiten, später arbeitete er bei der Dampfziegelei Florack, Bergische Landstraße 88, für einen Stundenlohn von 0,65 RM als Ziegeleiarbeiter. Wegen der ungerechten Behandlung, der geringfügigen Bezahlung und dem Zwangscharakter der Arbeit bat er mehrfach um Versetzung, die ihm verweigert wurde. Weil er daraufhin angeblich Vorgesetzte beleidigt haben soll, wurde er von der Gestapo am 1. Juni 1940 drei Wochen lang in „Schutzhaft“ genommen. Günter Frank musste mit seiner Mutter und seinen Geschwistern am 23. Mai 1941 in die Reichsstraße 69 umziehen.

Am 27. Oktober 1941 wurde er mit seinen Brüdern und seiner Mutter von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert und in die Massenunterkunft des Zimmers 5 in der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 einziehen. Während der Mai-Deportationen aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź in das Vernichtungslager Chełmno erhielt Günter Frank zunächst vom 7. bis zum 9. Mai 1942 noch Lebensmittel ausgehändigt. Am 10. Mai 1942 bekam er keine Nahrungsmittel mehr. An diesem Tag wurde Günter Frank vermutlich aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź nach Chełmno gebracht und dort ermordet. Im Evidenzbuch der Kartenabteilung ist für ihn kein konkreter Aussiedlungstransport verzeichnet. Es wurde lediglich am 30. Dezember des Jahres 1942 das Wort „anuliert“ eingestempelt.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf