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Gedenkbuch

Kochmann, Caecilie, Cecilie

geb. Gumpel

Cäcilia Gumpel wurde am 19. August 1885 in Harth (heute ein Stadteil von Büren) als Tochter der Eheleute Marcus und Ernestina Gumpel, geborene Hammel (1848-1933), geboren. Sie hatte drei Brüder, Hermann Gumpel (geboren 1881), Gustav Gumpel (1883-1937 Lemgo) und Levi Gumpel (geboren 1887) sowie die Schwester Elfriede Gumpel (geboren 1888). 

Cäcilia heiratete den Kaufmann Berthold Kochmann. Am 11. Juni 1915 kam ihr Sohn Kurt Martin in Düsseldorf zur Welt. Am 11. Mai 1920 folgte die Tochter Ilse. Sie besuchte seit 1930 die sechste Klasse der Cecilienschule in Düsseldorf. Sie musste 1935 wegen ihrer „jüdischen Herkunft“ auf eine andere Schule wechseln. Zu diesem Zeitpunkt lebte die Familie Kochmann in der Markgrafenstraße 29 in Düsseldorf-Oberkassel. Zuletzt wohnte die Familie in der Arnoldstraße 9 in Düsseldorf-Oberkassel. 

Zusammen mit ihrem Ehemann hatte sich Cäcilia Kochmann in den 1920er-Jahren mit der Süßwarenhandlung „Kochmannsche süße Sachen“ selbstständig gemacht. Das Paar unterhielt mehrere Geschäfte in Düsseldorf, u.a. zwei in der Bolkerstraße 50 und 9, eins in der Schadowstraße und zwei in der Flinger Straße, davon das Stammgeschäft in der Flinger Straße 41. Nach 1933 waren die Geschäfte kontinuierlich boykottiert worden und mussten schließlich aufgegeben werden.

1937 konnten sie die 17-jährige Ilse nach Frankreich schicken, der Sohn Kurt Martin emigrierte im April 1939 in die USA. Er zahlte dort Geld beim Jewish Transmigration Bureau ein, um die Emigration seiner Eltern zu ermöglichen. Ihre Fallnummer war 10637. Doch die Ausreise glückte nicht mehr rechtzeitig. 

Cäcilia Kochmann wurde mit ihrem Ehemann am 27. Oktober 1941 von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Beide wurden am 6. Mai 1942 mit dem III. „Aussiedlungstransport“ aus dem Ghetto gebracht und am nächsten Tag im Vernichtungslager Chełmno ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf