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Gedenkbuch

Wallach, Emma

geb. Simons

Emma Simons wurde am 22. Juni 1892 als Tochter des Kaufmanns Jonas Simons und dessen Frau Sofia, geborene Kaufmann, in Gerresheim geboren. Sie hatte zwei jüngere Schwestern: Emilie (geboren 1896) und Betty (geboren 1900).

Zunächst heiratete sie einen Herrn Adler. Mit ihm bekam sie am 27. Oktober 1913 in Bremen den Sohn Adolf Adler. In zweiter Ehe heiratete sie den Vertreter Bernhard Wallach aus Giesenkirchen. Mit ihm bekam sie zwei Söhne: Herbert wurde am 1. April 1921 geboren und Eugen folgte am 10. März 1927. Am 24. März 1934 feierte ihr Sohn Herbert seine Barmizwa. Zu diesem Zeitpunkt wohnte die Familie Wallach in der Adersstraße 55.

Am 10. Juni 1937 verstarb ihre Mutter Sofia Simons in Düsseldorf. Im gleichen Jahr emigrierte ihre Schwester Betty Cahn, geborene Simons, mit ihrem Mann Norbert Cahn und Sohn Rolf aus Düsseldorf nach Amerika. Emma Wallach blieb mit ihrer Familie in Düsseldorf. Auch ihre Schwester Emilie Mendel blieb. Jedoch sorgte Emma Wallach zusammen mit ihrem Mann für die Emigration ihrer Kinder. Mittlerweile wohnte die Familie in der Mintropstraße 1. Bereits 1936 war ihr Sohn Arthur Adler, der vor seiner Emigration bei ihnen wohnte, nach Amerika ausgewandert.

Am 19. März 1938 konnte Herbert Wallach nach Palästina abgemeldet werden. Der elfjährige Sohn Eugen blieb zunächst bei ihnen. Er besuchte weiterhin die Private Jüdische Schule in der Kasernenstraße. Eugen wurde zusammen mit seinen Eltern Zeuge des Überfalls auf die elterliche Wohnung im Zuge der Pogromnacht 1938. Er berichte nach dem Krieg darüber: „Ich werde immer, so lange ich leben werde, die Nazi SA-Horden sehen, wie sie unsere Wohnung verwüsteten und die Möbel aus dem Fenster warfen und auf der Straße in Brand setzten.“ Nach diesen Erfahrungen setzten Emma und Bernhard Wallach alles daran, dass auch ihr jüngster Sohn das Land verlassen konnte. Eugen konnte am 8. August 1939 (mit einem Kindertransport) nach Großbritannien emigrieren.

Das Ehepaar Wallach wohnte auch zuletzt in der Mintropstraße 1. Am 10. November 1941 wurde Emma Wallach mit ihrem Ehemann Bernhard in das Ghetto von Minsk deportiert. Sie haben nicht überlebt.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf