Gedenkbuch

Bornheim, Babette

geb. Stühler

Babette Stühler stammte aus dem kleinen Ort Untererthal im Landkreis Hammelburg. Dort war sie am 22. Juli 1894 als Tochter von Maier und Helene Stühler, geborene Schlafsberg (1860-1943), zur Welt gekommen. Ihre Schwester Betty wurde am 24. Oktober 1902 geboren. Sie hatte noch einen älteren Bruder, Max Stühler, der am 8. Februar 1891 in Untererthal gebpren worden war.

Babette heiratete den Kaiserwerther Viehhändler Siegfried Bornheim und führte den Haushalt der Familie in Kaiserswerth. Am 11. Januar 1923 wurde der Sohn Alex geboren. Am 11. Dezember 1929 folgte die Tochter Margot.

Im Mai 1937 emigrierte ihre Schwester Betty mit ihrer Mutter Helene Stühler nach New York. In den Staaten versuchte sie zusammen mit Gustav Bornheim und Henriette Abt die Ausreise für Babette Bornheim und ihre Familie in die Wege zu leiten. Leider erfolglos.

Am 27. Oktober 1941 wurde Babette Bornheim mit ihrer Familie und ihrem Schwager von Düsseldorf aus in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Dort mussten sie in das Zimmer 10 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 ziehen. 

Ihr Mann Siegfried Bornheim verstarb am 1. April 1942 im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź.  Trotzdem ihr Mann verstorben war, konnte sie für sich und ihre Kinder erreichen, dass alle drei vom XI. „Aussiedlungstransport“ am 14. Mai 1942 zurückgestellt wurden. Als Begründung wurde „Überkontingent“ angegeben. Am 20. Mai 1942 zog Babette Bornheim mit ihren Kindern in die Königsberger Straße 6, Wohnung 13.

Am 30. Mai 1942 verstarb ihr 19-jähriger Sohn Alex im Ghetto.

Babette Bornheim wurde zusammen mit ihrer Tochter Margot im September 1942, während der sogenannten Sperre, aus dem Ghetto „ausgesiedelt“ und im Vernichtungslager Kulmhof (Chełmno) ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf