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Gedenkbuch

Philipp, Erna

geb. Schartenberg

Erna Schartenberg kam am 8. Dezember 1889 in Euskirchen als Tochter von Louis und Johanna Schattenberg, geborene Leiser, zur Welt. Sie hatte zwei Schwestern: Martha (geboren 1896) und Hedwig (geboren 1892).
Erna heiratete am 8. März 1920 in Oberhausen Louis Philipp. Ihr Mann stammte aus Wanne, wo er am 11. März 1891 als Sohn von Heimann und Rosalie Philipp, geborene Leser, zur Welt gekommen war.

Am 28. Januar 1921 kam in Düsseldorf ihr Sohn Werner zur Welt. Die Familie Philipp wohnte seit dem 24. März 1921 in einer Wohnung in der zweiten Etage in der Zietenstraße 38. Am 26. Januar 1925 wurde die Tochter Hannelore in Düsseldorf geboren. Erna Philipp führte einen koscheren Haushalt. Ihn Sohn Werner gab nach dem Krieg im Entschädigungsverfahren an, dass es in der Küche auch spezielles Geschirr, Töpfe und Küchenhandtücher für Fleischküche und anderes Geschirr nur für Milchküche gab.

Ihr Mann Louis Philipp arbeitete als Handelsvertreter. Ab 1930 bis zu seiner Entlassung Ende des Jahres 1938 arbeitete er für die Steingutfabrik Grünstadt H. Kalau vom Hofe. Das Zeugnis, war ihm die Firma Anfang 1939 ausstellte, ist erhalten geblieben. Möglicherweise hatte Louis Philipp das Zeugnis erbeten, da er mit seiner Familie auswandern wollte. 

Die Familie war in der Pogromnacht 1938 in ihrer Wohnung überfallen worden. Eine Augenzeugin berichtete nach dem Krieg in einem Brief an die Stadt Düsseldorf, dass auch die Wohnung der Familie Philipp im erheblichen Maße zerstört wurde. Der Überfall verbunden mit dem Verlust des Arbeitsplatzes intensivierte die Emigrationsbemühungen sicherlich. Es gelang Erna und Louis Philipp den Sohn Werner am 30. März 1939 mit auf einen sogenannten „Kindertransport“ nach Großbritannien zu geben. Scheinbar versuchten sie auch Hannelore ausreisen so zu lassen, aber es kam nicht dazu. 

Am 2. Juli 1940 musste Erna Philipp mit ihrer Familie in ein sogenanntes Judenhaus ziehen. In die Wohnung im Haus Fürstenwall 198 zog am gleichen Tag auch ihre Schwester Martha Gumpertz, geborene Schartenberg, mit ihrem Ehemann ein. Ihr Mann Louis Philipp musste seit Juli 1940 Zwangsarbeit im Rahmen des sogenannten Jüdischen Arbeitseinsatzes leisten. Er erhielt dafür einen geringen Lohn von der Stadt Düsseldorf.

Erna Philipp wurde mit ihrer Familie am 10. November 1941 in das Ghetto von Minsk deportiert. Sie haben nicht überlebt. 

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf