Sie haben die richtige Internetadresse für das Gedenkbuch der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 – 1945 aufgerufen.
Die Seiten sind optimiert für den Abruf mit einem Tablett oder einem Computer.
Vielen Dank für Ihr Verständnis



You have accessed the correct internet address for the memorial book of the state capital Düsseldorf in memory of the Jewish victims from 1933 to 1945.
The pages are optimized for viewing with a tablet or computer.
Thank you for your understanding.

Bitte drehen Sie Ihr Gerät ins Querformat

Gedenkbuch

Meyer, Otto

Otto Meyer wurde am 20. August 1898 als Sohn von Hermann und Emilie Meyer, geborene Haas, in Köln geboren. Er absolvierte ein Medizinstudium, das er mit der Promotion abschloss, und arbeitete zunächst im jüdischen Krankenhaus in Köln-Ehrenfeld. 1931 ging er als praktischer Arzt nach Hamburg. Dort unterhielt er eine Praxis in Eppendorf im Haus Lenhartzstraße 1. 

Verheiratet war Dr. Otto Meyer mit der 1907 in Hamburg geborenen Ilse Auerbach, die als Masseurin arbeitete. 1933 gab Dr. Meyer seine Hamburger Praxis auf und zog nach Bad Neuenahr. Am 20. September 1937 stellte er einen Reisepass-Antrag, der von den deutschen Behörden jedoch abgelehnt wurde. Zuletzt kehrte er wieder in seine Heimatstadt Köln zurück. Das Ehepaar Meyer wohnte dort in der Frankenstraße 14. Otto Meyer unterstützte seine Verwandten durch monatliche Überweisungen: Seiner Tante Grete Meyer überwies er 150 RM im Monat, und seiner Schwester Olga Meyer gewährte er einen Kredit über 1.650 RM. Seine eigene finanzielle Situation war weitgehend gesichert, solange er im Besitz seines Elternhauses in der Hauptstraße 199 in Köln war, was er von seinem Vater geerbt hatte, und er außerdem noch Anteile am Grundstück Fruchtstraße 12 in Köln besaß. 

Am 28. April 1939 bezogen Otto Meyer und seine Frau in Düsseldorf einen zweiten Wohnsitz in einem sogenannten „Judenhaus“ in der Duisburger Straße 77, und am 8. August 1941 wurde diese Adresse zu ihrem festen Wohnsitz.

Dr. Otto Meyer wurde mit Rabbiner Dr. Siegfried Klein und Schwester Elfriede Bial zur Transportleitung des „Düsseldorfer Transports“ am 27. Oktober 1941 in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź bestimmt, vermutlich, weil Dr. Otto Meyer der einzige Arzt unter den aus Düsseldorf zur Deportation vorgesehenen 1.003 Personen war.

Im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź wurde Dr. Otto Meyer mit seiner Frau und weiteren Personen aus dem „Düsseldorfer Kollektiv“ in das Zimmer 3 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 eingewiesen. Am 23. November 1941 wurde er zum ärztlichen Leiter des „Düsseldorfer Kollektivs“. Am 8. Februar 1942 zog das Ehepaar Meyer in die Alexanderhofstraße 28, Wohnung 70. Im Mai 1942 konnte sich Dr. Otto Meyer mit seiner Ehefrau von der für sie vorgesehenen Deportation mit dem VII. Transport am 10. Mai 1942 zurückstellen lassen.

Otto Meyer wurde am 27. Januar 1943 „zur Arbeit ausserhalb des Ghettos“ gebracht. Die Ghetto-Chronik berichtet, dass an diesem Tag 60 Personen zur Arbeit nach Waldhorst geschickt wurden. Über das weitere Schicksal von Otto Meyer ist bisher nichts bekannt. Seine Frau Ilse wurde am 12. Juli 1944 mit einem Transport aus dem Ghetto deportiert und am nächsten Tag im Vernichtungslager Chełmno ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf