Sie haben die richtige Internetadresse für das Gedenkbuch der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 – 1945 aufgerufen.
Die Seiten sind optimiert für den Abruf mit einem Tablett oder einem Computer.
Vielen Dank für Ihr Verständnis



You have accessed the correct internet address for the memorial book of the state capital Düsseldorf in memory of the Jewish victims from 1933 to 1945.
The pages are optimized for viewing with a tablet or computer.
Thank you for your understanding.

Bitte drehen Sie Ihr Gerät ins Querformat

Gedenkbuch

Heilbronn, Helene

geb. Winter

Helene Winter wurde am 3. Oktober 1884 in Glehn am Niederrhein als Tochter des Ehepaares Aron und Sybille Winter, geborene Roesberg, geboren. Sie heiratete den Lehrer Moritz (Mendel) Heilbronn. Ihr Mann war am 5. Juni 1889 in Falkenberg als Sohn von Abraham und Sara Heilbronn, geborene Appel, zur Welt gekommen.
Seit 1935 lebten Helene und Moritz Heilbronn in Düsseldorf in der Kaiserswerther Straße 252.

Im Adressbuch des Jahres 1939 war ihr Mann Moritz Heilbronn als „Lehrer im Ruhestand“ in der Richthofenstraße 42 gemeldet. Helene Heilbronn wurde alleine von der Adresse Richthofenstraße 42 am 21. Juli 1939 im „Judenhaus“ Karlstraße 95 angemeldet. Dort wohnte sie zur Untermiete bei der Familie Lazarus.

Am 11. Februar 1941 wurde ihr Mann Moritz Heilbronn in der Rheinischen Provinzial Heil- und Pflegeanstalt Grafenberg auf der Bergischen Landstraße angemeldet und zusammen mit anderen jüdischen Patienten vier Tage später, am 15. Februar 1941, mit einem Bus der SS-eigenen Tarngesellschaft Gemeinnütziger Krankentransport(GEKRAT) abgeholt und vermutlich in der Tötungsanstalt Hadamar ermordet.

Helene Heilbronn wohnte bis zu ihrer eigenen Deportation weiter im „Judenhaus“ Karlstraße 95 in Düsseldorf. Dort wohnte auch Robert Blum, mit dem sie schon länger befreundet war. Helene Heilbronn, ihre Schwester Frieda Schott (geboren 1889) und deren Familie und auch Robert Blum wurden am 27. Oktober 1941 in das Ghetto von Litzmannstadt (Łódź) deportiert. Dort wurden sie mit weiteren Personen in das Zimmer 15 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 eingewiesen. Am 11. Dezember 1941 schrieb Robert Blum eine Postkarte nach Düsseldorf. Er berichtete von einer Grippe und schwerem Husten. Robert Blum erwähnte auch Helene Heilbronn, mit der er auch im Ghetto zusammenwohne. Die Postkarte wurde nicht zugestellt – ebenso wenig wie die Postkarte von Helene Heilbronn, geschrieben am 10. Dezember 1941, an eine Verwandte in Warburg.

Es gelang Robert Blum als ehemaliger Frontkämpfer, sich und Helene Heilbronn vom II. Transport am 5. Mai 1942 in das Vernichtungslager Kulmhof zurückstellen zu lassen. Am 3. Juni 1942 zog Helene Heilbronn mit Robert Blum innerhalb des Ghettos zusammen in die Königsberger Straße 24a, Wohnung 2, um. Robert Blum verstarb am 4. August 1942 im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź. Als Todesursache wurde auf seiner Abmeldekarte „Schlaganfall“ angegeben.

Im September 1942 wurde Helene Heilbronn aus dem Ghetto „ausgesiedelt“ und im Vernichtungslager Chełmno ermordet, ebenso ihre Schwester Frieda und ihre 11-jährige Nichte Bella. Ihr Schwager Siegfried Schott starb im April 1944 im Ghetto von Litzmannstadt (Łódź).

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf