Sie haben die richtige Internetadresse für das Gedenkbuch der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 – 1945 aufgerufen.
Die Seiten sind optimiert für den Abruf mit einem Tablett oder einem Computer.
Vielen Dank für Ihr Verständnis



You have accessed the correct internet address for the memorial book of the state capital Düsseldorf in memory of the Jewish victims from 1933 to 1945.
The pages are optimized for viewing with a tablet or computer.
Thank you for your understanding.

Bitte drehen Sie Ihr Gerät ins Querformat

Gedenkbuch

Cohen, Alfred

Alfred Cohen kam am 6. November 1890 als Sohn des Kaufmanns Josef Cohen (1857-1942) und seiner Frau Julia Cohen (1863-1894), geborene Bernhard, in Düsseldorf zur Welt. Er hatte mit Else (geboren 1886), Carl (geboren 1888) und Selma (geboren 1889) drei ältere Geschwister. Es folgte die jüngere Schwester Anna (geboren 1892). Alfreds Mutter Julia verstarb und sein Vater Josef heiratete die Schwester seiner verstorbenen Frau, Selma Bernhard (geboren 1865 in Dinslaken). Mit Paul (geboren 1895), Siegfried (geboren 1895), Ernst (geboren 1896) und Hans (Datum unbekannt) bekam Alfred vier Halbgeschwister.

Alfred und seine Familie wohnten in Düsseldorf auf der Friedrichstraße 31. Sein Vater Josef Cohen war Inhaber des Haushaltswarengeschäfts Schickenberg & Co. Nachfolger für Eisenwaren, Herde, Öfen und Haushaltsgegenstände. Später wurde das Geschäft als Familienunternehmen geführt und Alfred war neben seinem Vater und seinen zwei Brüdern Carl und Paul Mitinhaber des Geschäfts.

Alfreds Schwester Selma Adler, geborene Cohen, verstarb wenige Tage nach der Geburt ihrer Tochter Charlotte im August 1923 im Alter von 34 Jahren.

Im September 1938 wurden Alfred Cohen, sein Vater und seine Brüder zum Verkauf des Familiengeschäfts gezwungen. In der Pogromnacht wurden sie in ihrer Wohnung auf der Friedrichstraße 31 von Nazi-Schlägern überfallen. Bei dem Überfall wurden auch etliche Gemälde der Düsseldorfer Malerschule vernichtet oder stark beschädigt.

Alfreds Halbbruder Paul, der mit Maria Cohen, geborene Nolten, verheiratet war, floh in Folge der Pogromnacht und der zunehmenden Gefahr durch die Gestapo mit seiner Frau in die Niederlande, wo er zunächst in Maastricht und Valkenburg wohnte.

1940 zogen Alfred Cohen, sein Vater Josef und sein Bruder Carl Cohen in die Friedrichstraße 24, wo sie sich gemeinsam eine Wohnung teilten. Von hier wurde Alfred Cohen gemeinsam mit seinem Bruder Carl am 10. November 1941 in das Ghetto Minsk deportiert. Sie haben nicht überlebt.

Sein 85-jährige Vater Josef Cohen wurde am 21. Juli 1942 von Düsseldorf aus in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Hier verstarb er am 29. August 1942 in Gebäude L219 im Zimmer 024. Auf der Todesfallanzeige wurde eine Herzschwäche als Todesursache vermerkt.

Alfreds Schwester Else Stern, geborene Cohen, wurde am 11. Dezember 1941 von Düsseldorf aus in das Ghetto Riga deportiert. Sie wurde 1944 aus dem Ghetto Riga in das Konzentrationslager Stutthof deportiert, wo sie am 29. Dezember 1944 starb.

Seine Schwester Anna Bernhard, geborene Cohen, wurde am 18. Juni 1943 über Köln in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Aus dem Ghetto wurde sie am 6. Oktober 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Sie hat nicht überlebt.

Alfreds Halbbruder Paul, der mit seiner Frau in die Niederlande geflohen war, überlebte den Holocaust und starb am 28. März 1979 im Alter von 85 Jahren. Auch Alfreds Halbbruder Siegfried scheint überlebt zu haben.

Autorin: Frederike Krenz, Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf