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Gedenkbuch

Fürst, Wilma

Wilma Fürst kam am 29. September 1889 Koprivnica (dt. Kopreinitz) in Kroatien zur Welt. Die Stadt liegt heute nahe der kroatisch-ungarischen Grenze am Fluss Koprivnica. Ihre Eltern waren Adolf und Emma Fürst, geborene Hahn. Wilma hatte noch drei Geschwister: Adeline, Branko (geboren 1888) und Blanka (geboren 1891).

Ihre Schwester Blanka Fürst arbeitete Ende der 1920er Jahre als Prokuristin bei der Gebr. Schöndorff AG in Düsseldorf. Die Firma wurde 1933 „arisiert“ und vermutlich verlor auch ihre Schwester ihre Arbeitsstelle dort. 

Wilma Fürst wohnte zusammen mit ihren Eltern und ihrer Schwester Blanka in der Karolingerstraße 112 in Düsseldorf. Am 16. Oktober 1935 verstarb der Vater Adolf Fürst 82-jährig. Nach seinem Tod zogen Mutter und Töchter in das Haus Erasmusstraße 18. Ihren 70. Geburtstag feierte ihre Mutter Emma Fürst am 16. Februar 1936, wie eine Nachricht in der Gemeindezeitung für den Synagogenbezirk Düsseldorf vermeldete. 

In ihrer Wohnung in der Erasmusstraße 18 besuchte sie für einige Tage im August 1938 ihr Bruder Branko Fürst (1888-1942). Er lebte schon seit einigen Jahren mit seiner Frau Betsy in den Niederlanden, wo er als Musiklehrer arbeitete. Sein Sohn Hans Walter Fürst war 1924 in Düsseldorf zur Welt gekommen.

Am 5. September 1939 verstarb in Düsseldorf die Mutter Emma Fürst. 

Am 25. Juni 1943 wurden Wilma und Blanka Fürst von Düsseldorf ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Sie hatten ab dem 16. September 1942 im „Judenhaus“ Kurfürstenstraße 59 wohnen müssen. Von den ersten Massendeportationen, die im Oktober 1941 begonnen hatten, waren sie verschont worden, weil sie eine ausländische Nationalität besaßen. Im Jahr 1943 wurde von Berlin aus jedoch auch die Deportation von ausländischen Juden auf deutschen Reichsgebiet in die Wege geleitet.

Wilma und Blanka Fürst wurden am 6. September 1943 aus dem Ghetto Theresienstadt in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Sie haben nicht überlebt.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf