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Gedenkbuch

Lazarus, Leopold

Leopold Lazarus wurde am 9. März 1871 in Golkrath im Kreis Erkelenz geboren. Sein Vater Andreas Lazarus war Viehhändler und hatte am 7. Oktober 1861 in Alpen Sophia Osser geheiratet. Das Ehepaar hatte sieben Kinder.

Leopold Lazarus wohnte seit 1901 in Beeck (später Duisburg-Beeck). Im folgenden Jahr gründete er dort ein Warenhaus am Marktplatz 2. Am 6. November 1903 heiratete er Johanna Carsch (1879-1942) in Mülheim an der Ruhr. Von 1908 bis 1910 betrieb Leopold Lazarus ein Manufaktur- und Modewarengeschäft in der Friedrichstraße 17 in Duisburg-Beeck. 1911 wohnte das Ehepaar Lazarus in der Flottenstraße 17. 

Später zogen sie nach Düsseldorf in die Prinz-Georg-Straße 94. Leopold Lazarus arbeitete in Düsseldorf als Immobilienmakler. Er selbst besaß Anteile an Liegenschaften in Rheinberg, in Bergheim, im Kreis Moers und in Lobbeck. Von 1925 bis 1935 arbeitete Klara Kriestel, geborene Minner, aus Xanten im Haus der Familie Lazarus als Hausangestellte, bis sie aufgrund der Bestimmungen der Nürnberger Gesetze ihre Stelle bei ihnen aufgeben musste. 

1935 mussten Leopold Lazarus und seine Frau in eine kleinere Wohnung in der Venloer Straße 9 umziehen. Klara Kriestel blieb aber weiterhin in Kontakt, und als in der Pogromnacht 1938 die Wohnung in der Venloer Straße 9 erheblich zerstört worden war, konnten Leopold Lazarus und seine Frau für drei Wochen zu Klara Kriestel nach Xanten ziehen. Zuletzt arbeitete Sophie Frank, geborene Levy, für 25 RM im Monat als Hausangestellte für die Familie Lazarus.

Leopold Lazarus wurde zusammen mit seiner Frau am 27. Oktober 1941 von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Sein gesamtes Vermögen in Höhe von 30.800 RM, das sich aus Anteilen an Liegenschaften, Wertpapieren (u.a. Aktien der Deutschen Reichsbahn) und einem Konto bei der Kreissparkasse Düsseldorf zusammensetzte, wurde am 3. November 1941 beschlagnahmt.
Das Ehepaar Lazarus musste im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź im Zimmer 9 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 leben. Vermutlich versuchte die Schwester von Leopold Lazarus, Flora Mayer, geborene Lazarus (1865-1947), ihm einen Brief in das Ghetto zu schicken. Allerdings wurde der Brief geöffnet und nur der leere Briefumschlag mit dem Absender: „Fr. Mayer, 80, Rue Joseph II, Bruxelles“, blieb erhalten. 

Leopold Lazarus wurde zusammen mit seiner Frau am 6. Mai 1942 mit dem III. Transport aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź nach Chełmno gebracht und am nächsten Tag dort ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf