Sie haben die richtige Internetadresse für das Gedenkbuch der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 – 1945 aufgerufen.
Die Seiten sind optimiert für den Abruf mit einem Tablett oder einem Computer.
Vielen Dank für Ihr Verständnis



You have accessed the correct internet address for the memorial book of the state capital Düsseldorf in memory of the Jewish victims from 1933 to 1945.
The pages are optimized for viewing with a tablet or computer.
Thank you for your understanding.

Bitte drehen Sie Ihr Gerät ins Querformat

Gedenkbuch

Hirsch, Ulrike

geb. Michels

Ulrike Michels kam am 22. Oktober 1885 in Regenwalde in Pommern als Tochter von Samuel und Johanna Michels, geborene Wolff, zur Welt. Sie hatte drei Geschwister: Elise (geboren 1887), Ernst (geboren 1890) und Käthe (geboren 1893). Zwei ihrer Geschwister lebten ebenfalls in Düsseldorf. Ulrike Michels heiratete den aus Hamburg stammenden Adolf Hirsch. Ihr Bruder Ernst heiratete dessen Schwester Gertrud. Beide Familien wohnten in Düsseldorf. Am 12. Juli 1912 trat Ulrike Hirsch aus dem Judentum aus. Möglicherweise erfolgte der Austritt im Zusammenhang mit ihrer Hochzeit. Am 24. Februar 1915 kam ihr Sohn Otto Herbert in Düsseldorf zur Welt, Ernst Günther wurde fünf Jahre später in Hinterzarten geboren. 

In Düsseldorf wohnte die Familie Hirsch in der Benderstraße 79 im Stadtteil Gerresheim. Ihre Schwester Else Michels wohnte in der Gartenstraße 139. Ihr Bruder Ernst Michels wohnte mit seiner Frau Gertrud und der 1925 geborenen Tochter Ursula zunächst in der Luegallee 68 und ab 1939 in der Kaiserstraße 21. Später zog die Familie Hirsch in die Benderstraße 59.

Die gesamte Familie wurde am 27. Oktober 1941 von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Dort wurden sie in das Zimmer 7 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 eingewiesen. Auch ihre Schwester Käthe Michels war, aus Berlin-Charlottenburg, am 24. Oktober 1941 ins Ghetto Litzmannstadt/Łódź deportiert worden. Sie wurde am 4. Mai 1942 aus dem Ghetto „ausgesiedelt“ und ermordet. Die Familie Hirsch überlebte die Deportationen im Mai 1942. Am 19. Mai 1942 konnten sie nach der Auflösung der Kollektivunterkünfte in die Wohnung 7 in der Sperlinggasse 13 umziehen. Am 26. Juli 1942 wurde Ulrike Hirsch in ein Krankenhaus des Ghettos eingeliefert. Sie blieb dort zwei Tage. 

Ulrike Hirsch wurde mit ihrem Mann Anfang September 1942 aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź ins Vernichtungslager Chełmno gebracht und ermordet. Ihr Sohn Ernst Hirsch verstarb am 16. September 1942 im Ghetto Litzmannstadt/Łódź an den Folgen der Unterernährung. Ihr Sohn Otto Herbert Hirsch überlebte den Ghettoalltag bis Juni 1944. Am 24. Juni 1944 wurde er im Vernichtungslager Kulmhof (Chełmno) ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf