Sie haben die richtige Internetadresse für das Gedenkbuch der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 – 1945 aufgerufen.
Die Seiten sind optimiert für den Abruf mit einem Tablett oder einem Computer.
Vielen Dank für Ihr Verständnis



You have accessed the correct internet address for the memorial book of the state capital Düsseldorf in memory of the Jewish victims from 1933 to 1945.
The pages are optimized for viewing with a tablet or computer.
Thank you for your understanding.

Bitte drehen Sie Ihr Gerät ins Querformat

Gedenkbuch

Schott, Siegfried

Siegfried Schott war der Sohn von Salomon und Johanna Schott, geborene Mayersohn. Er leistete sieben Jahre Militärdienst bei der Marine. Er war mit Elfriede Winter (geboren 1889 in Glehn) verheiratet. Das Ehepaar Schott war gemeinsam ab 1926 in der Schneiderbranche tätig. Siegfried Schott hatte seine Ausbildung mit dem Meisterbrief abgeschlossen, und Elfriede Schott arbeitete als Damenschneiderin. Am 25. April 1931 wurde ihre Tochter Hanna Bella in Düsseldorf geboren. Die Familie Schott wohnte in der Steinstraße 74. 

Siegfried Schott wurde während der Pogromnacht am 10. November 1938 verhaftet und im Polizeigefängnis Düsseldorf inhaftiert, danach wurde er vom 16. November bis zum 7. Dezember 1938 im Konzentrationslager Dachau in „Schutzhaft“ festgehalten. Während seiner Haftzeit trug er die Häftlingsnummer 29476. Nach dieser einschneidenden Erfahrung bemühte er sich, seine Auswanderung und die seiner Familie zu organisieren. Als Ziele erwog er den Fernen Osten oder Norwegen, da dort Schneider gebraucht wurden. Sein Schwager versuchte gleichzeitig Visa für Chile zu beschaffen. Letztlich gelang ihnen die Ausreise aus Deutschland aber nicht mehr. 

Am 17. Februar 1939 zog die Familie Schott in die Gartenstraße 112 um. Ein Zimmer dieser Wohnung stellten sie einem Untermieter zur Verfügung. Da dem Ehepaar Schott seit dem 1. Januar 1939 durch Verordnungen der Nationalsozialisten die Möglichkeit genommen war, ihren eigenen Betrieb fortzuführen, musste Elfriede Schott 1941 eine Zulassung als Näherin für Ausbesserungsarbeiten beantragen, die ihr aber verwehrt blieb. Siegfried Schott leistete zuletzt Zwangsarbeit in Düsseldorf, sein Arbeitsbuch trug die Nummer 169/245925. 

Er wurde am 27. Oktober 1941 zusammen mit seiner Frau, seiner Tochter sowie weiteren Verwandten seiner Frau von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Dort wurden sie im Zimmer 1 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 untergebracht. Von den Deportationen im Mai 1942 war die Familie Schott nicht betroffen. Sie konnten nach der Auflösung der Kollektivunterkünfte am 19. Mai 1942 in die Wohnung 1 in der Bierstraße 7 umziehen. 

Seine Frau Elfriede Schott und die Tochter wurden im September 1942 aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź in das Vernichtungslager Chełmno gebracht und ermordet. Siegfried Schott wurde am 24. Februar 1944 in das Krankenhaus des Ghettos eingeliefert. Er verstarb am 17. April 1944 im Ghetto von Łódź. 

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf