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Gedenkbuch

Frank, Kätchen Katharina

geb. Hanauer

Am 11. Januar 1871 kam Katharina, Kätchen genannt, Hanauer in Gemmingen im Kreis Eppingen in Baden-Württemberg zur Welt. Der Ort liegt etwa 15 Kilometer westlich von Heilbronn. Ihre Eltern Hermann und Rachel Hanauer, geborene Ettlinger, hatten fünf weitere Kinder: Erna Esther (geboren 1873), Aron (geboren 1875), Max Moses (geboren 1875), Isaac (geboren 1882) und Leo Löb (geboren 1885). 

Ihr Vater Hermann Hanauer war der Mohel (Beschneider) der Gemeinde. In der Zeitschrift „Der Israelit“ vom 31. März 1893 wurde sein 25-jähriges Amtsjubiläum mit einem Artikel gewürdigt.

Katharina Hanauer heiratete im Jahr 1900 Isidor Frank aus Kirchberg im Hunsrück. Ihr Mann war dort am 14. Februar 1876 zur Welt gekommen. Nach der Hochzeit zog sie zu ihrem Mann nach Kirchberg. Am 11. Mai 1901 kam in Kirchberg ihr Sohn Jakob zur Welt. Der zweite Sohn, Wilhelm, folgte am 16. Juni 1903. Ihr Tochter Rosine, Rosie genannt, wurde am 9. Dezember 1911 in Kirchberg geboren. Die Familie wohnte in Kirchberg in der Simmerner Straße 3. 1932 war ihr Mann Isidor Frank noch der Erste Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Kirchberg.

Katharina  und Isidor Frank lebten mit ihren Kindern Mitte der 1930er Jahren in Düsseldorf. Das Ehepaar wohnte zunächst in der Witzelstraße 46 und ab September 1935 in der Bilker Allee 227. Am 5. September 1938 zog das Ehepaar in die Hüttenstraße 18. Im dortigen Hausbuch wurde für ihren Mann der Beruf „Rentner“ vermerkt.

Ihr Sohn Jakob Frank wohnte mit seiner Frau Flora (geborene Wolf) ebenfalls in Düsseldorf. Bis August 1938 waren sie in der Mecumstraße 26 gemeldet, dann in der Kölner Straße 351. Im Zuge des Pogroms wurde er verhaftet und im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Nach der Rückkehr flüchtete ihr Sohn Jakob Frank mit seiner Frau nach Belgien. Sie wurden später aus dem Internierungslager Drancy in Frankreich in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet.

Ihr Sohn Wilhelm Frank flüchtete mit seiner Frau Erna (geborene Wolf) und Tochter Inge in die Niederlande. Von dort gelang die Emigration in die USA. Wilhelm Frank sollte der einzige Überlebende der engeren Familie Frank bleiben. Er starb 1975 in den USA.

Ihre Tochter Rosie, die in der Neanderstraße 29 in Düsseldorf gewohnt hatte, war nach Amsterdam geflüchtet. Dort heiratete sie am 11. Juni 1941 den gebürtigen Düsseldorfer Samuel Rattenbach (1911-1942). Beide wurden 1942 aus dem Durchgangslager Westerbork nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Ob Katharina Frank und ihr Mann die eigene Emigration planten, lässt sich nicht herausfinden. Sie blieben in Düsseldorf. Am 21. Juli 1942 wurden beide in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Auf der Deportationsliste wurde der 66-jährige Isidor Frank als „Arbeiter“ verzeichnet. Aus dem Ghetto Theresienstadt wurden Katharina und Isidor Frank am 21. September 1942 in das Vernichtungslager Treblinka deportiert und dort ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf