Sie haben die richtige Internetadresse für das Gedenkbuch der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 – 1945 aufgerufen.
Die Seiten sind optimiert für den Abruf mit einem Tablett oder einem Computer.
Vielen Dank für Ihr Verständnis



You have accessed the correct internet address for the memorial book of the state capital Düsseldorf in memory of the Jewish victims from 1933 to 1945.
The pages are optimized for viewing with a tablet or computer.
Thank you for your understanding.

Bitte drehen Sie Ihr Gerät ins Querformat

Gedenkbuch

Brünell, Herbert Jakob

Am 8. Juni 1926 wurde Herbert Brünell in Goch geboren. Seine Eltern waren der Kaufmann Siegmund Brünell und dessen Ehefrau Herta, geborene Koopmann. Herbert wuchs mit seiner jüngeren Schwester Hannelore (geboren 1930) behütet in Goch auf. Ihre Eltern führten das größte Konfektions- und Textilgeschäft der Stadt. In der NS-Zeit wurde das Geschäft boykottiert und musste schließlich aufgegeben werden. Bis 1938 lebte die Familie Brünell in Goch in der Voßstraße 14–16. Im März 1938 meldeten sie sich nach Düsseldorf ab. Sie zogen zunächst in eine Wohnung in der Himmelgeister Straße 5.

Nach dem Umzug der Familie nach Düsseldorf besuchte Herbert Brünell dort die 1935 gegründete private jüdische Volksschule in der Kasernenstraße. Aus dieser Zeit sind von ihm angefertigte Zeichnungen überliefert. Auch ein Klassenfoto aus dem Jahr 1938 mit seinen Lehrern Dr. Kurt Herz und Kurt Bergel sowie das Gruppenfoto seiner Bar-Mizwa in Düsseldorf sind erhalten geblieben.

Am 29. August 1939 wurde sein Vater festgenommen und im Düsseldorfer Polizeigefängnis inhaftiert. Gegen seine Eltern wurde Anklage wegen „Beihilfe zur illegalen Auswanderung anderer Juden“ und wegen „Devisenvergehens“ erhoben. Nach dem Abschluss des Verfahrens gegen seinen Vater am 3. Juli 1941 gelang es dem Vater nach Shanghai auszureisen, allerdings ohne den Rest der Familie.

Zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester wurde Herbert Brünell am 27. Oktober 1941 von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Er war 15 Jahre alt, als er im Ghetto eine Umschulung zum Schlosser begann. Am 6. Mai 1942 wurde Herbert Brünell aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź „ausgesiedelt“ und am nächsten Tag im Vernichtungslager Chełmno ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf