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Gedenkbuch

Leib, Liselotte

geb. Lewin

Liselotte Lewin wurde am 26. Februar 1912 in Essen geboren. Ihre Eltern waren Albert Lewin und Dorothea Doris Levysohn. Ihre Mutter verstarb früh und ihr Vater heiratete Hedwig Steilberger (1880-1943).

1933 wohnte Liselotte Lewin in der Lindemannstraße 1 in Düsseldorf.  Am 26. März 1933 heiratete sie in Düsseldorf Max Leib. Ihr Mann war 1909 in Düsseldorf als Sohn von Gustav und Frieda Leib, geborene Loeb (1880- 1942) zur Welt gekommen und wohnte in der Hüttenstraße 25. Nach der Hochzeit zog sie zu ihm.

Am 29. August 1934 meldete sie sich zusammen mit ihrem Mann aus der Wohnung in der Hüttenstraße 25 nach Enschede in die Niederlande ab. Dort wohnten mittlerweile ihre Eltern Albert und Hedwig Lewin, geborene Steilberger. Liselotte Leib und ihr Mann wohnten in Enschede von 1934 bis 1935.

Im Jahr 1937 lebte Liselotte Leib mit ihrem Mann in Karlsruhe. Zunächst von Juli bis Oktober zur Untermiete bei der jüdischen Familie Maier in der Adlerstraße 39. Dann zogen sie kurzzeitig nach Mannheim. Ab Dezember 1937 lebte das Ehepaar wieder in Karlsruhe, diesmal in der Kaiserstraße 160/162. Das Gebäude beheimatete das Bankhaus Ignaz Ellern. Liselotte und Max Leib waren zur Untermiete bei der Familie Dreyfuß gemeldet. Das Karlsruher Gedenkbuch berichtet, dass in der Karlsruher Zeit das Ehepaar Leib Anträge auf neue Reisepässe stellte, um Liselottes Eltern in Enschede besuchen zu können.

1938 kehrte das Ehepaar wieder nach Düsseldorf zurück. Am 4. Januar 1938 wurde Liselotte Leib zusammen mit ihrem Mann wieder in dessen Elternhaus in der Gartenstraße 109 aus Karlsruhe kommend angemeldet. Anfang November 1938 meldeten sich die beiden in die Elisabethstraße 70 um, um kurz danach in die Niederlande zu emigrieren.

Ab dem 22. November 1938 waren sie in Nijmegen gemeldet. Von dort kommend wurde ihr Mann Max am 16. Januar 1939 in Beesel in der Dominicanerplein 385 registriert.  In Beesel befand sich das Reuver Flüchtlingslager. Dort war ihr Mann interniert worden. Die schwangere Liselotte Leib befand sich dagegen bereits in Amsterdam. Ihr Kind wurde im Frühsommer 1939 entbunden, starb aber gleich nach der Geburt.

Am 24. November 1939 war dann endlich auch ihr Mann Max Leib in Amsterdam registriert. Dort wohnten beide im Lloyd Hotel in der Handelskade 12. Ab dem 4. März 1940 befanden sich Liselotte Leib und ihr Mann im Lager Westerbork. Zu diesem Zeitpunkt war Westerbork noch ein von den Niederländern eingerichtetes Internierungslager für jüdische Flüchtlinge aus Deutschland. Nachdem im Mai 1940 die Niederlande von der deutschen Wehrmacht überfallen worden war, veränderte sich auch die Situation im Lager Westerbork. Dort kam am 9. März 1942 ihre Tochter Marion Dorit zur Welt.

Ab dem 1. Juli 1942 wurde das Lager Westerbork zum „Polizeilichen Judendurchgangslager“ unter deutscher Verwaltung. Jeden Dienstag wurden in der Folgezeit Menschen aus dem Lager in die Vernichtungslager Auschwitz oder Sobibor deportiert.

Am 14. September 1943 wurde Lieselotte Leib mit ihrem Mann Max und dem Baby Marion in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Liselotte Leib und ihr Baby wurden dort nach der Ankunft am 17. September 1943 ermordet. Ihr Mann Max Leib wurde nach der Selektion mit 232 weiteren Männern ins Lager Auschwitz aufgenommen und erhielt die Häftlingsnummer 150727. Sein Tod im Häftlingskrankenbau Auschwitz-Monowitz wurde am 8. Januar 1944 vermerkt.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf