Sie haben die richtige Internetadresse für das Gedenkbuch der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 – 1945 aufgerufen.
Die Seiten sind optimiert für den Abruf mit einem Tablett oder einem Computer.
Vielen Dank für Ihr Verständnis



You have accessed the correct internet address for the memorial book of the state capital Düsseldorf in memory of the Jewish victims from 1933 to 1945.
The pages are optimized for viewing with a tablet or computer.
Thank you for your understanding.

Bitte drehen Sie Ihr Gerät ins Querformat

Gedenkbuch

Eichwald, Rosa

geb. Mann

Rosa Mann wurde am 17. September 1870 im fränkischen Ermetzhofen geboren. Sie heiratete den Kaufmann Isidor Juda Eichwald. Ihr Mann war am 12. November 1855 im westfälischen Herzfeld, Kreis Beckum zur Welt gekommen. Am 23. August 1898 kam Sohn Paul in Düsseldorf zur Welt, die 1906 geborene Tochter Irma starb 1908 im Alter von nur zwei Jahren. Am 29. Januar 1910 wurde Tochter Erna in Düsseldorf geboren. Sie meldete sich 1934 nach Amsterdam ab. Ihr Bruder Paul lebte ab Mai 1938 in Duivendrecht in den Niederlanden. Rosa Eichwald und ihr Mann blieben in Düsseldorf. Sie wohnten seit 1912 in der Karlstraße 95 in der Nähe des Düsseldorfer Hauptbahnhofs.

Seit dem 21. Januar 1939 war ihr 84-jährigen Mann Isidor Eichwald Patient in der Rheinischen Provinzial Heil- und Pflegeanstalt (Düsseldorf-)Grafenberg. Am 15. November 1941 wurden die jüdischen Patienten, darunter auch Isidor Eichwald, mit einem Bus der GEKRAT („Gemeinnütziger Krankentransport“) – einer eigens für die Zwecke der Krankenmorde gegründeten Transportgesellschaft – aus der Anstalt abgeholt. Im Hausbuch Karlstraße 95 wurde als neuer Wohnort von Isidor Eichwald „Cholm“ eingetragen. Tatsächlich war die psychiatrische Anstalt im polnischen Chełm/Cholm nach der deutschen Besetzung schon längst geschlossen worden, nachdem man die 440 polnischen Kranken am 12. Januar 1940 ermordet hatte. Es handelte sich also um eine Tarnadresse. Isidor Eichwald wurde mit Sicherheit ein Opfer der Krankenmorde.

Rosa Eichwald wurde am 21. Juli 1942 von Düsseldorf ins Ghetto Theresienstadt deportiert und zwei Monate später, am 26. September, ins Vernichtungslager Treblinka gebracht und ermordet.

Ihr Sohn Paul Eichwald tauchte ebenso wie die Tochter Erna mit ihrem Mann nach der Besetzung der Niederlande unter. Sie überlebten im Versteck.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf