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Gedenkbuch

Kann, Luis

Der Kaufmann Luis Kann wurde am 5. Juli 1878 als Sohn von Markus und Recha Kann, geborene Isaac, in Ruttershausen an der Lahn geboren und hatte vier Geschwister. Er heiratete am 13. März 1912 in Adorf Klara Weiler. Ihre Ehe blieb kinderlos. Das Ehepaar wohnte in Adorf, wo Luis Kann ein Manufaktur- und Modewarengeschäft betrieb. 1932 war Luis Kann Schatzmeister der dortigen Jüdischen Gemeinde. 1933 gehörte das Ehepaar Kann zu den 19 jüdischen Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt Adorf.

1936 wurde Luis Kann gezwungen, sein Geschäft an Heinrich Wilke zu verkaufen und Adorf zu verlassen. Er zog mit seiner Frau Klara nach Düsseldorf in die Immermannstraße 24. Luis Kann wurde in Düsseldorf Mitglied der Synagogengemeinde. Am 23. Juni 1938 zog das Ehepaar Kann in ihr eigenes Haus in der Worringer Straße 56. In der von den Nationalsozialisten erzwungenen Vermögenserklärung gab Luis Kann an, dass sein Haus einen Einheitswert von 42.000 RM habe und mit 22.000 RM belastet sei. Luis Kann besaß zudem noch sein Geschäftsgrundstück in Adorf. In vielen Dokumenten ist sein Vorname „Louis“ geschrieben worden. Jedoch in der von ihm unterschriebenen Vermögenserklärung schreibt er ihn „Luis“.

Im Zuge der Pogromnacht 1938 wurde die Wohnung des Ehepaars Kann demoliert. Die Nichte Pauline Braun, geborene Weiler, berichtete nach dem Krieg, dass bei ihrer Tante die Möbel teilweise durchs Fenster geworfen worden seien. Das Silberbesteck und andere Wertsachen wurden geplündert. In Luis Kanns kurz vor der Deportation 1941 ausgefüllten Vermögenserklärung wurde notiert, dass der Käufer seines Geschäftes in Adorf, Heinrich Wilke, ihm immer noch 9.000 RM schuldete.

Am 27. Oktober 1941 wurde Luis Kann mit seiner Ehefrau Klara von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Sie mussten dort in das Zimmer 8 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 einziehen. Am 8. Januar 1942 vermerkte die „Kollektivbuchhaltung“ den Eingang von 9,60 Mark für Luis Kann. Davon musste er zwei Drittel an das „Düsseldorfer Kollektiv“ abtreten. Während der Mai-Deportationen 1942 konnte Luis Kann erreichen, dass er und seine Ehefrau von der Transportliste des IV. „Aussiedlungstransports“ wegen „Arztangelegenheiten“ zurückgestellt wurden, sie wurden jedoch am 11. Mai 1942 aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź in das Vernichtungslager Chełmno gebracht und am nächsten Tag ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf