Sie haben die richtige Internetadresse für das Gedenkbuch der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 – 1945 aufgerufen.
Die Seiten sind optimiert für den Abruf mit einem Tablett oder einem Computer.
Vielen Dank für Ihr Verständnis



You have accessed the correct internet address for the memorial book of the state capital Düsseldorf in memory of the Jewish victims from 1933 to 1945.
The pages are optimized for viewing with a tablet or computer.
Thank you for your understanding.

Bitte drehen Sie Ihr Gerät ins Querformat

Gedenkbuch

Pels, Josef

Josef Pels wurde am 26. November 1892 als Sohn von Simon und Amalie Pels in Emden geboren. Er hatte noch eine jüngere Schwester, Gertrud Pels (28.08.1901 Emden – 26.03.1943 Sobibor).

Josef Pels lebte mit seiner Frau Rose Antonie, geborene Wolff, und ihrer gemeinsamen Tochter Hannelore in Düsseldorf. Die am 13. Oktober 1920 in Düsseldorf geborene Hannelore war ihr einziges Kind. 1926 ist im Düsseldorfer Adressbuch ein Josef Pels, Kaufmann, Herderstraße 84/86 verzeichnet. 1931 musste er scheinbar seine Tochter von der Cecilienschule in Düsseldorf abmelden, da er aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage das Schulgeld nicht mehr bezahlen konnte. Die Familie Pels wohnte zu dieser Zeit in der Achillesstraße 4 im Düsseldorfer Stadtteil Oberkassel. 

Im Düsseldorfer Adressbuch des Jahres 1937 ist Josef Pels als Vertreter für Schuhwaren in der Rochusstraße 33 verzeichnet. Möglicherweise arbeitete er zu diesem Zeitpunkt für die Schuhfabrik „S. Schönhof Söhne“, die Mitgliedern der Familie seiner Ehefrau gehörte.
Die Familie Pels wohnte seit dem 3. Dezember 1938 in der Duisburger Straße 131. Vorher hatten sie auch kurz in der Gartenstraße 69 gelebt. Am 16. Juni 1939 musste die Familie schließlich in die Aderstraße 8 umziehen und Josef Pels wurde zur Zwangsarbeit verpflichtet. Sein Arbeitsbuch, das er später im Ghetto abgeben musste, trug die Nummer 169/272199.

Josef Pels wurde am 27. Oktober 1941 zusammen mit seiner Frau, seiner Tochter und seinem Schwiegersohn sowie weiteren Verwandten von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert und dort mit seiner Frau und 72 anderen Deportierten in die Kollektivunterkunft Fischstraße 21, Zimmer 3, eingewiesen. Während seine Frau über das „Düsseldorfer Kollektiv“ eine Brotkarte mit der Nummer 168716 zugewiesen bekam, steht bei seinem Namen „fehlt!!! in der Gestapo“.

Josef Pels stand am 12. Mai 1942 zusammen mit seiner Frau auf der Liste: „Aufstellung der vom XI Transport befreiten Personen, sowie Aenderungen“, er war jedoch bereits am 6. Mai 1942 im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź verstorben, was vermutlich in der Hektik der „Aussiedlungen“ ehemals reichsdeutscher Juden nicht an alle Verwaltungsinstanzen des Ghettos weitergeleitet worden war. Eventuell war das Ehepaar Pels zuvor schon für eine der Deportationen vorgesehen worden, denn Josef Pels hatte bereits seine Bescheinigung über das Eiserne Kreuz und das Verwundetenabzeichen bei der Kollektivleitung eingereicht. Dieser Umstand hat seine Frau vor der „Aussiedlung“ im Mai 1942 bewahrt.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf