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Gedenkbuch

Moses, Edith

geb. Sondheimer

Edith Sondheimers Eltern Eugen und Johanna Sondheimer, geborene Kadden, hatten 1912 in Kirchhain geheiratet. Dort hatte die Familie ihrer Mutter aus einer kleinen Textilhandlung eines der Kaufhäuser des Ortes aufgebaut. Am 25. April 1915 kam ihr Sohn Lothar Sondheimer zur Welt. Er emigrierte später nach Palästina.

Am 4. November 1919 wurde in Bochum ihr jüngstes Kind, Tochter Edith, geboren. Edith Sondheimer lebte bis 1939 mit ihren Eltern in Wattenscheid. Sie wohnten in der Westenfelder Straße 16. Ihr Vater arbeitete als Vertreter für Öle und Fette. 1929, während der Weltwirtschaftskrise, ging die Firma in Konkurs. Die Familie Sondheimer  musste nun kürzer treten und zog in eine kleinere Wohnung in die Vorwärtsstraße 6 in Wattenscheid. Die Verfolgung durch die Nationalsozialisten hatte schließlich einen letzten Umzug zu Folge. 

1939 musste die Familie in ein sogenanntes „Judenhaus“ in die Voedestraße 19 einziehen. Zuvor war jedoch die Familie während der Pogromnacht 1938 in ihrer Wohnung überfallen worden. Ihr Vater Eugen Sondheimer wurde verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen überführt. 

Nach ihrer Heirat am 12. September 1939 zog Edith von Wattenscheid zu ihrem Mann Erwin Moses nach Düsseldorf in die Graf-Adolf-Straße 41. Amtlich altgemeldet wurde sie in Wattenscheid am 3. Januar 1940. Ihre Mutter Johanna Sondheimer blieb in Wattenscheid. Ihr Vater war bereits am 1. Oktober 1939 verstorben. Möglicherweise war sein Tod eine Spätfolge der KZ-Haft.

Am 11. Januar 1941 kam in Düsseldorf ihre gemeinsame Tochter zur Welt. Aufgrund der damaligen Gesetzgebung durften sie dem Baby nur einen „jüdischen“ Vornamen, ausgewählt aus einer von den deutschen Behörden vorgegeben Liste, geben. Sie wählte den Namen „Reha“.

Edith Moses wurde am 27. Oktober 1941 zusammen mit Mann und dem Baby von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Dort mussten sie in der Kollektivunterkunft Fischstraße 15, Zimmer 7, leben. Im Ghetto erhielt Edith Moses eine Arbeit in der Miederanfertigung. Zusammen mit ihrem Mann und ihrer einjährigen Tochter wurde sie am 14. Mai 1942 mit dem XI. Transport aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź „ausgesiedelt“ und am darauffolgenden Tag in Chełmno ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf