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Gedenkbuch

Meyer, Gert

Am 22. Januar 1924 kam in Düsseldorf Gert Meyer zur Welt. Seine Eltern waren der Kaufmann Max Meyer (1879-1954) und dessen Frau Irma, geborene Perlhefter (1891-1992). Er hatte noch vier Brüder: Ernst (geboren 1913), Kurt (geboren 1915), Paul (1921) sowie der am 5. April 1919 zur Welt gekommene Hans.

Vom 16. August 1934 bis zum 14. April 1938 lebte die Familie in Düsseldorf in der Uerdinger Straße 25, ab dem 3. Juli 1937 in der Achenbachstraße 34. Dann meldeten sie sich in die Niederlande ab.

Seit dem 30. August 1938 war die Familie gemeldet in der Milletstraat 35 II in Amsterdam. In den Polizeirapporten (Rapportnummer: 10, Wijkbureau: Leidseplein) vom 10. Januar 1942 wird Gert Meyer (Meijer geschrieben) eines Diebstahls am 9. Januar 1942 in Wert von 30 Gulden verdächtigt und bestraft.

In der Dokumentation „Oorlogsgravenstichting“ wird 1957 vermerkt, die letzte bekannte Adresse von Gert Meyer sei Utrecht gewesen. Sicher ist, dass am 11. Juni 1941 Gert und sein Bruder Hans Meyer verhaftet worden sind. An diesem Tag fand in Amsterdam die zweite große Razzia statt. Die Nazis verhafteten rund 300 junge jüdische Männer und Jugendliche, die zunächst zum Haus des Sicherheitsdienstes (SD) in der Euterpestraat in Amsterdam gebracht wurden und sich dort auf dem Innenhof in Reihen aufstellen mussten. Anschließend wurden sie im „Internierungslager“ Schoorl interniert.

Von dort wurden Gert Meyer und sein Bruder Hans getrennt in das Konzentrationslager Mauthausen deportiert. Sein Bruder Hans Meyer starb am 6. Oktober 1941. Gert Meyer war erst seit dem 20. Mai 1942 im KZ Mauthausen. Der 18-Jährige erhielt die Häftlingsnummer 10446 und war im „Stammblock 13“ untergebracht. Ein Dokument besagt, dass er am 10. Juli 1942 „um 7.50 Uhr auf der Flucht erschossen“ worden sei. Auf diesem Dokument ist als Beruf nachträglich handschriftlich das Wort „Elektriker“ vermerkt worden.

Seine Eltern und die weiteren Brüder überlebten den Krieg und lebten später in Australien, Brasilien und Frankreich.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf