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Gedenkbuch

Hecht, Emma

geb. Stern

Am 20. November 1873 wurde Emma Stern in Lichtenau geboren. Ihre Eltern, Philipp und Julie Stern, geborene Sommer, hatten am 8. Oktober 1866 in Lichtenau geheiratet. Für ihre Mutter Julie war es die zweite Ehe. Sie war zunächst mit Jordan Archenhold (1811-1865) verheiratet gewesen. Aus dieser ersten Ehe der Mutter hatte Emma Stern drei Halbgeschwister: Isaac Archenhold ( geboren 1861), Jacob Archenhold (geboren 1859) und Minna Archenhold (geboren 1862). Zusätzlich hatte Emma Stern noch einen leiblichen Bruder, Heinemann Stern, der 1867 in Lichtenau zur Welt gekommen war. Er heiratete Johanna Hecht und lebte mit ihr später in Wuppertal-Elberfeld.

Emma Stern heiratete den Kaufmann Sally Hecht. Am 27. August 1899 wurde ihre Tochter Johanna in Salzkotten geboren. Am 18. Februar 1904 inserierte Emma Hecht eine Suchanzeige im Israelitischen Familienblatt: „Zum 1. April suche ein junges Mädchen aus achtbarer Familie zur Erlernung des Haushalts und der Küche ohne gegenf. Vergütung. Familienanschluß zugesichert.“ Am 21. Mai 1905 kam ihre Tochter Ilse in Salzkotten bei Büren zur Welt. 

Ihr Ehemann Sally Hecht verstarb am 1. September 1922 in Salzkotten im Alter von 53 Jahren. Die Zeitung des Central-Vereins brachte in der Ausgabe vom 14. September 1922 eine ausführlichen Nachruf über ihren Mann, der Mitglied und 2. Vorsitzender der Ortsgruppe Geseke-Salzkotten-Büren des Central-Vereins gewesen war.
Im Israelitischen Familienblatt ließ Emma Hecht am 21. Februar 1924 folgende Anzeige veröffentlichen: „Für meine 19jährige Tochter, die die höhere Töchterschule besucht hat, suche ich in besserer Familie Aufnahme als Haustochter zwecks weiterer Ausbildung in gesellschaftlicher Gewandtheit und des Haushalts. Wiesbaden oder Frankfurt a. M. bevorzugt. Dieselbe ist musikalisch. Austausch nicht ausgeschlossen. Offerten mit Angabe des Pensionspreises zu richten an Frau S. Hecht, Salzkotten i. W.

Am 6. März 1924 inserierte Emma Hecht dann folgende Anzeige im Israelitischen Familienblatt: „Für meine Tochter suche ich in besserem Hause angenehme Stelle als Haustochter, wo sie sich im Haushalt und gesellschaftlich weiter ausbilden kann, dieselbe ist musikalisch. Mittel- oder Großstadt, besonders, wo sich ein gutes Theater am Platze befindet, bevorzugt. Pensionspreis 100 Mark. Offerten richte man an Frau S. Hecht, Salzkotten in Westf.“. Ob ihre Tochter Ilse über diese Anzeige ihren späteren Mann, den Kantor Leopold Vogel, kennenlernte, ist leider nicht bekannt. 

Ab 1925 lebte ihre Tochter Ilse mit ihrem Ehemann Leopold Vogel in Düsseldorf. Am 31. Juli 1926 wurde in Düsseldorf ihre Enkelin Inge geboren. Am 5. Januar 1930 folgte die Enkelin  Lore. Am 17. Februar 1941 zog Emma Hecht, geborene Stern, aus Salzkotten zu ihrer Tochter Ilse Vogel in die Wohnung in Düsseldorf. Ihre Enkelinnen befanden sich schon seit 1939 in Großbritannien. Mit im Haushalt im Haus Rochusstraße 9 wohnte auch seit 1937 die Mutter ihres Schwiegersohnes,  Sara Vogel aus Hebel.

Am 10. November 1941 wurde ihre Tochter Ilse mit der zweiten Massendeportation aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf in das Ghetto von Minsk deportiert. Emma Hecht und Sara Vogel mussten am 19. November 1941 in das jüdische Altersheim in der Grafenberger Allee 78 umziehen. Die 79-jährige Sara Vogel verstarb dort am 10. Mai 1942. Emma Hecht wurde am 21. Juli 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Die 68-Jährige wurde am 21. September 1942 im Vernichtungslager Treblinka ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf