Sie haben die richtige Internetadresse für das Gedenkbuch der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 – 1945 aufgerufen.
Die Seiten sind optimiert für den Abruf mit einem Tablett oder einem Computer.
Vielen Dank für Ihr Verständnis



You have accessed the correct internet address for the memorial book of the state capital Düsseldorf in memory of the Jewish victims from 1933 to 1945.
The pages are optimized for viewing with a tablet or computer.
Thank you for your understanding.

Bitte drehen Sie Ihr Gerät ins Querformat

Gedenkbuch

Liebermann, Jente

geb. Rosenberg

Das Ehepaar Julius (Joel) und Jente Liebermann, geborene Rosenberg, stammte gebürtig aus Galizien. Er wurde am 22. Juni 1868 in Kenty geboren, sie am 10. Oktober 1869 in Drohobycz. Sie lebten seit 1897 in Düsseldorf. Von Wuppertal-Elberfeld kommend waren sie zunächst zum Karlsplatz 18 gezogen. Später wohnten sie in der Kasernenstraße 27, dann in der Schillerstraße 25. In Düsseldorf wurden ihre drei Kinder geboren: Martin 1898, Herbert zwei Jahre später und 1906 als letzte die Tochter Ruth.

Jente Liebermann führte ein Kurz-, Weiß- und Wollwarengeschäft auf dem Karlsplatz 18.

Ihr Sohn Martin wohnte mit seiner Frau Lore May in der Brehmstraße. Herbert, der Rechtsanwalt geworden war, heiratete 1932 Gretel Haymann. Und die Tochter Ruth heiratete 1934 Max Marrl.
1937 wurden Julius und Jente Liebermann Großeltern: Ruths Sohn Michael wurde in Stettin geboren. Doch die Verfolgung durch die Nationalsozialisten machte sämtliche Karriere und Lebenspläne zunichte. Alle drei Kinder der Liebermanns konnten mit ihren Familien in der NS-Zeit rechtzeitig Deutschland verlassen. Ob Julius (Joel) Liebermann und seine Frau die eigene Emigration betrieben, ist nicht bekannt.

Kurt vor ihrer Deportation schrieb sie zusammen mit ihrem Mann an einen Verwandten in Berlin: Düsseldorf den 18.7.42, Sehr geehrter Herr Dr. May!
In Eile (morgen werden schon die Koffer abgeholt) empfangen Sie unseren besten Dank für die Übermittlung der guten Nachrichten von unseren Kindern. Etwas Schöneres vor unserer unfreiwilligen Sommerreise hätten wir uns gar nicht wünschen können. Wir wollen das als ein Gutes „Omen“ ansehen! Auch Ihnen danken wir für die guten Wünsche zu unserer Ausreise. Wir wollen den Kopf nicht verlieren und eine bessere Zukunft abwarten. (…)

Am 21. Juli 1942 wurden die beiden vom Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Es gelang ihnen dort von den Deportationen nach Treblinka verschont zu bleiben. Am 28. August 1944 verstarb der 76-jährige Julius (Joel) Liebermann im Ghetto. Seine Frau Jente verstarb am 20. Januar 1945 im Ghetto Theresienstadt.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf