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Gedenkbuch

Paetow, Auguste

geb. Cassel

Auguste Margarethe Cassel kam am 4. Januar 1878 als Tochter des Bankiers und Kaufmanns Albert Cassel und seiner Frau Bertha Cassel, geborene Pollack, in Hirschberg zur Welt. Mit Felix Philipp (1876-1934) hatte sie einen älteren Bruder. Auguste wurde am 7. Mai 1878 in der elterlichen Wohnung durch den Pastor Gebhardt getauft.

Am 3. Juli 1900 heiratete Auguste Margarethe Cassel den Kaufmann Hans August Julius Heinrich Paetow (geboren 1866). Hans Paetow entstammte einer alten mecklenburgischen Gutsbesitzerfamilie. Die Eheleute bekamen mit Ilse mindestens eine Tochter. 1902 zog die Familie nach Düsseldorf. Augustes Ehemann Hans Paetow und ihr Schwager Ernst Paetow (geboren 1863) arbeiteten 1903 als Kommissionäre und Vertreter für in- und ausländische Firmen auf der Worringerstraße 80 II. Von 1904 bis 1910 führten die Brüder die Fabrikation und Kommission auf der Scheurenstraße 5, von 1911 bis 1926 in der zweiten Etage auf der Gartenstraße 119. Ab 1930 befanden sich die Geschäftsräume in der dritten Etage auf der Kaiser-Wilhelm Straße 43. 1933 findet sich im Handelsregister der Stadt Düsseldorf der Vermerk, dass das Geschäft der Brüder zu dieser Zeit unbesetzt war. Der 67-jährige Hans Paetow hatte sich vermutlich zur Ruhe gesetzt.

Auguste und Hans Paetows Tochter Ilse heiratete 1923 den Regierungsrat Erich Koch, der jedoch früh verstarb. Nach dem Tod ihres Mannes kümmerte sich Ilse um ihre Eltern. Seit mindestens 1933 wohnten Auguste und Hans Paetow bei ihrer Tochter in der dritten Etage auf der Gartenstraße 26. Auguste Paetow litt in Folge einer Operation an chronischen Kniegelenksentzündungen, wodurch sie stark eingeschränkt und auf die Hilfe ihrer Tochter angewiesen war. Am 10. Oktober 1934 verstarb Augustes Bruder Felix Philipp Cassel in Arnsdorf.

Auguste Paetow erhielt am 18. Juni 1942 die Mitteilung, dass sie in das Ghetto Theresienstadt deportiert werden sollte. Ihr Status als „nichtarische Christin in Mischehe lebend“ galt für die Nationalsozialisten nicht mehr, da Augustes Mann Hans Paetow bereits ein Jahr zuvor im Alter von 75 Jahren verstorben war. Augustes Tochter Ilse wandte sich nach Erhalt des Bescheids in einem Schreiben an den Regierungspräsidenten Düsseldorfs und versuchte, die bevorstehende Deportation ihrer Mutter noch abzuwenden. Ihre Bemühungen blieben jedoch erfolglos. Um der bevorstehenden Deportation zu entgehen, schied Auguste Paetow am 17. Juli 1942 im Alter von 64 Jahren freiwillig aus dem Leben. 

Autorin: Frederike Krenz, Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf