Gedenkbuch

Dirks, Berta

geb. Wolf

Berta Wolf wurde am 4. November 1892 in (Düsseldorf-)Gerresheim geboren. Ihre Eltern waren der Metzger Lehmann Wolf und dessen Frau Elise, geborene Moser. Berta hatte fünf Geschwister, die ebenfalls in Gerresheim lebten. Berta Wolf heiratete am 22. November 1919 in Gerresheim den nicht-jüdischen und gehörlosen Schreiner Heinrich Dirks ( geboren 1893 in Münster). Ihren Sohn Walter, der am 29. Mai 1921 in Gerresheim geboren wurde, ließ das Paar evangelisch taufen. Die Familie wohnte in der Dreherstraße 14.

Während der NS-Zeit wurde auf die nicht­jüdischen Partner in „Mischehen“ von Seiten der Nationalsozialisten in vielfacher Hinsicht Druck ausgeübt. Dies mag ein Grund dafür gewesen sein, dass Heinrich Dirks sich im Sommer 1939 von seiner Frau Berta trennte – er ließ sich aber bis 1941 nicht scheiden.

Nach der Trennung zog Berta Dirks am 7. Juni 1939 mit ihrem Sohn in ihrem Elternhaus Kölner Tor 32. Ihre Mutter Elise Wolf war am 30. März 1939 verstorben.
Solange die Ehe nicht offiziell geschieden war, blieb Berta Dirks im Status der „privilegierten Mischehe“, sie wurde also zunächst von den Deportationen jüdischer Bürger verschont. Dieser „Schutz“ entfiel, als ihr Mann sich am 6. Februar 1941 offiziell scheiden ließ. Berta Dirks wurde am 21. Juli 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Am 15. Mai 1944 wurde sie von Theresienstadt nach Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet.

Auch ihr Sohn Walter Dirks überlebte die Verfolgungszeit nicht. Er wurde am 22. Februar 1943 im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf