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Gedenkbuch

Fürst, Blanka

Blanka Fürst kam am 18. Januar 1891 in Koprivnica (dt. Kopreinitz) in Kroatien zur Welt. Die Stadt liegt heute nahe der kroatisch-ungarischen Grenze am Fluss Koprivnica. Ihre Eltern waren Adolf und Emma Fürst, geborene Hahn. Blanka hatte noch drei Geschwister: Adeline, Branko (geboren 1888) und Wilma (geboren 1889).

Blanka Fürst arbeitete Ende der 1920er Jahre als Prokuristin bei der Gebr. Schöndorff AG in Düsseldorf. Die Firma wurde 1933 „arisiert“ und vermutlich verlor auch Blanka Fürst zu diesem Zeitpunkt ihre Arbeitsstelle dort. 

Blanka Fürst wohnte zusammen mit ihren Eltern und ihrer Schwester Wilma in der Karolingerstraße 112 in Düsseldorf. Am 16. Oktober 1935 verstarb der Kaufmann Adolf Fürst 82-jährig. Nach seinem Tod zog sie mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Wilma Fürst in das Haus Erasmusstraße 18. Ihren 70. Geburtstag feierte ihre Mutter Emma Fürst am 16. Februar 1936, wie eine Nachricht in der Gemeindezeitung für den Synagogenbezirk Düsseldorf vermeldete. 

In ihrer Wohnung in der Erasmusstraße 18 besuchte sie für einige Tage im August 1938 ihr Bruder Branko Fürst (1888-1942). Er lebte schon seit einigen Jahren mit seiner Frau Betsy in den Niederlanden, wo er als Musiklehrer arbeitete. Sein Sohn Hans Walter Fürst war 1924 in Düsseldorf zur Welt gekommen.

Am 5. September 1939 verstarb in Düsseldorf ihre Mutter Emma Fürst. 

Am 25. Juni 1943 wurden die Schwestern Blanka und Wilma Fürst von Düsseldorf ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Sie hatten ab dem 16. September 1942 im „Judenhaus“ Kurfürstenstraße 59 wohnen müssen. Von den ersten Massendeportationen, die im Oktober 1941 begonnen hatten, waren sie verschont worden, weil sie eine ausländische Nationalität besaßen. Im Jahr 1943 wurde von Berlin aus jedoch auch die Deportation von ausländischen Juden auf deutschen Reichsgebiet in die Wege geleitet.

Blanka Fürst und ihre Schwester wurden am 6. September 1943 aus dem Ghetto Theresienstadt in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Sie haben nicht überlebt.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf