Gedenkbuch

Schott, Frieda

Am 23. Januar 1888 kam Frieda (eigentlich Friederike) Schott als Tochter des Schneiders Salomon Schott und dessen Frau Johanna Rummelsburg in Rogasen im Kreis Posen zur Welt. Als sie zwei Jahre alt war, bekam sie noch einen Bruder: Siegfried wurde am 24. Mai 1890 in Rogasen geboren. Die Familie wohnte zu Geburt der Kinder in der Czarnikauerstraße 73.

Am 17. Juni 1920 zog Frieda Schott aus Tuchel kommend nach München. Ihre dortige Adresse war zunächst Gabelsbergerstraße 28. Am 1. November 1932 zog sie in die Kobellstraße 6. Sie arbeitete als Pflegerin und Hausangestellte. In München lebte sie bis zum 2. Juni 1936. Dann zog sie zu ihrem Bruder Siegfried Schott nach Düsseldorf.

Ihr Bruder hatte Elfriede Winter aus Glehn bei Neuss geheiratet und war mit seiner Frau ab 1926 gemeinsam in der Schneiderbranche tätig. Die Familie ihres Bruders wohnte in der Steinstraße 74. Mit im Haushalt wohnte auch die 1931 geborene Tochter Hanna Bella. Zu ihnen zog Frieda Schott für einige Monate.

Am 13. September 1936 zog sie wieder nach München. Ihre dortige Adresse war zunächst Gedonstraße 6. Das Haus, ein beeindruckendes Mietshaus im Jugendstil, 1904 errichtet, steht heute noch. Am 1. September 1937 zog Frieda Schott in die Reitmorstraße 52. Drei weitere Adressen sind überliefert: Beethovenstraße 1, Gedonstraße 6 und Ainmillerstraße 15. Ein letzter Umzug erfolgte am 25. September 1939 zum Nikolaiplatz 16. Dies blieb ihre letzte Adresse. Auf ihrer Geburtsurkunde wurde in Rogasen am 5. Juni 1941 vermerkt, dass „Friederike Schott in München (…) den Vornamen Sara angenommen hat.

Am 20. November 1941 wurde Frieda Schott von München nach Kaunas (Kowno) deportiert. Es war die erste Deportation von Juden aus München und Augsburg. Nach der Ankunft in Kaunas (Kowno) wurden alle Deportierten von Soldaten des Einsatzkommando 3 der Einsatzgruppe A des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD im Fort IX am 25. November 1941 erschossen.

Ihr Bruder Siegfried Schott wurde mit seiner Familie aus Düsseldorf am 27. Oktober 1941 in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Seine Frau Elfriede Schott und die Tochter wurden im September 1942 aus dem Ghetto in das Vernichtungslager Chełmno gebracht und ermordet. Ihr Bruder Siegfried Schott verstarb am 17. April 1944 im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf