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Gedenkbuch

Lenneberg, Max

Am 25. April 1886 kam in Attendorn im Kreis Olpe Max Lenneberg als Sohn des Ehepaars Theodor (08.08.1847 Helden – 24.04.1920 Attendorn) und Rosalie Lenneberg, geborene Meyer, zur Welt. Er hatte sieben Geschwister, wovon Hermann Lenneberg 1883 als Baby verstarb.
Max Lenneberg kämpfte als Freiwilliger im Ersten Weltkrieg. Sein Bruder Otto Lenneberg verstarb als Soldat am 2. November 1914. Max Lenneberg wurde am 27. Januar 1917 mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Am 1. Oktober 1917 wurde er zum Vizewachtmeister befördert. Am 7. September 1917 war seine Schwester Paula in Beckum im Alter von 39 Jahren verstorben. Auch seine zweite Schwester verstarb früh: Henriette Lenneberg (1879 Attendorn – 1928 Attendorn).

Max Lenneberg blieb unverheiratet und arbeitete als Richter am Düsseldorfer Amtsgericht. Er wohnte in Düsseldorf Hindenburgwall 38 (heute Heinrich-Heine-Allee) und seit dem 4. Mai 1935 in einer Etagenwohnung auf dem Schadowplatz 14, nachdem er aus seiner Stelle entlassen worden war.
Sein Bruder Rudolf Lenneberg (05.01.1888 – 1945 Berlin) emigrierte mit seiner Familie 1938 nach Großbritannien. Seine Schwester Emilie Stern, geborene Lenneberg (24.09.1881 Attendorn, Kreis Olpe – 21.09.1942 Treblinka) zog 1942 aus Attendorn mit ihrem Ehemann Hermann Stern nach Wuppertal. 

Max Lenneberg wurde am 27. Oktober 1941 von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Er musste dort im Zimmer 11 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 leben. Im Dezember 1941 erhielt er eine Zahlung über 9,60 Mark. Davon führte er zwei Drittel als Beitrag an die Solidargemeinschaft des „Düsseldorfer Kollektivs“ ab. Zunächst wurde ihm im Ghetto weiterhin seine Pension der Oberjustizkasse Düsseldorf in Höhe von 400 Mark monatlich ausgezahlt. Es ist ein Schreiben vom 27. Januar 1942 des Oberlandesgerichtspräsidenten an Max Lenneberg überliefert, das ihm die Überweisung seiner Bezüge auf das Konto des Ghettos ankündigte. Allerdings wurden diese Zahlungen im März/April 1942 eingestellt.
Max Lenneberg fungierte für das „Düsseldorfer Kollektiv“ als Vertrauensmann. Am 19. Dezember 1941 wurde er von der Untersuchungsabteilung des Ordnungsdienstes vorgeladen „am 21.12.1941 um 10.30 Uhr beim Ordnungsdienst, Untersuchungsabteilung, Gnesener Str. 22, Zimmer 3, als Zeuge pünktlich zu erscheinen“. Durch ein Schreiben an die „Aussiedlungskommission des Amtes für Eingesiedelte“ konnte er unter Hinweis auf seine Auszeichnungen im Ersten Weltkrieg seine für ihn vorgesehene „Aussiedlung“ mit dem IV. Transport am 7. Mai 1942 verhindern. 

Nach der Auflösung der Kollektivunterkünfte zog er am 20. Mai 1942 mit fünf Personen in die Wohnung 3 in der Fischstraße 14a. Max Lenneberg überlebte bis 1944 im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź. Am 19. März 1944 wurde er in ein Krankenhaus des Ghettos eingeliefert. Eine Woche später, am 27. März 1944, starb Max Lenneberg am Abend im Ghetto an einer Lungentuberkulose.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf