Marcuse, Lilli
geb. GronichLilli Henriette Gronich kam am 16. März 1902 in Berlin-Charlottenburg zur Welt. Ihre Eltern, der Kaufmann Hermann Gronich, (1870 Czernowitz-1941 Berlin) und dessen Frau Margarethe, geborene Joseph (1867 Berlin-1942 Berlin) hatten bereits den Sohn Herbert Franz Joseph. Er war am 16. März 1902 in Berlin-Charlottenburg zur Welt gekommen. Lilli Gronich zog am 18. Januar 1909 mit ihren Eltern und ihrem Bruder von Berlin-Wilmersdorf nach Düsseldorf. Die Familie wohnte zunächst in der Remscheider Straße 1. Kurzzeitig lebten sie auch in der Helmholtzstraße 28. Ab dem 18. September 1913 wohnte die Familie im Haus Schwanenmarkt 4.
Lilli Gronich heiratete 1930 Siegmund Brasch. Ihr Mann stammte aus Bromberg, wo er am 19. Oktober 1879 zur Welt gekommen war. Seit dem 4. März 1931 begann Lilli Brasch bei der Berliner Firma Elektrolux zu arbeiten. Am 3. Juli 1931 wurde ihr gemeinsamer Sohn Gert geboren. 1935 wurde die Ehe wieder geschieden und sie zog kurzzeitig wieder nach Düsseldorf.
Am 21. März 1935 zog Lilli Brasch wieder nach Berlin. Ihr folgte ihre Mutter Margarethe Gronich am 6. September 1935. Sie zogen gemeinsam in die Pfalzburger Straße 32 in Berlin-Wilmersdorf. Ihr Vater Hermann Gronich und ihr Bruder Herbert blieben in Düsseldorf. Die beiden wohnten zunächst in der Dianastraße 23.
Am 18. Oktober 1938 heiratete Lilli Brasch in Berlin den Elektroinstallateur Ernst Marcuse. Ihr zweiter Ehemann stammte aus Nordhausen im Harz, wo er am 20. Oktober 1899 geboren worden war. Zum Zeitpunkt der Hochzeit wohnte ihr Ehemann in Berlin, Alt Moabit 12 a. Möglicherweise hatten die beiden sich im Rahmen von Lillis Arbeit bei Elektrolux kennengelernt.
Am 27. Januar 1939 inserierte Lilli Marcuse-Brasch im Jüdischen Nachrichtenblatt Berlin: „Nach Buenos-Aires biet. Jüd., 30erin, Einreise u. Existenzaufbau durch Ehevermittlung, Lilli Sara Marcuse-Brasch, Pfalzburger 32.“ Es folgten weitere Anzeige, wo sie eine Ehevermittlung anbot. Am 13. Juni 1939 inserierte sie: „Eheglück durch Lilli Sara Marcuse-Brasch, Berlin, Pfalzburger Straße 32.“ Ihre eigene Ehe mit Ernst Marcuse wurde am 16. Januar 1940 rechtskräftig geschieden.
Am 3. Juli 1939 waren ihr Vater und ihr Bruder in Düsseldorf um in die Klosterstraße 34-36 gezogen. Später muss ihr Vater schwer erkrankt und zur Behandlung nach Berlin gezogen sein. Er verstarb am 17. Juli 1941 im Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde in Berlin. Offiziell war er zu diesem Zeitpunkt noch Mitglied der Düsseldorfer jüdischen Gemeinde. Ihr Bruder Herbert Gronich wurde am 27. Oktober 1941 von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Am 18. Mai 1942 verstarb er im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź.
Lilli Marcuse wohnte immer noch mit ihrem Sohn und ihrer Mutter in der Pfalzburger Straße 32 in Berlin-Wilmersdorf. Am 3. August 1942 verstarb ihre Mutter in Berlin. Lilli Marcuse arbeitete weiterhin bei der Firma Elektrolux. Die Firma stellte ab 1939 Rüstungsgüter für die Luftwaffe her. Lilli Marcuse wurde vermutlich im Zuge der sogenannten Fabrikaktion am 27. Februar 1943 verhaftet. Ihre Vermögenserklärung ist am gleichen Tag verfasst und unterschrieben worden. Sie wurde am 3. März 1943 mit dem 33. Osttransport von Berlin in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Sie hat nicht überlebt. Ihr Sohn Gert Brasch wurde am 6. März 1943 ebenfalls nach Auschwitz deportiert und ermordet.