Benjamin, Margot
Am 8. Juni 1915 kam Margot Benjamin als Tochter von Salo und Emma Benjamin, geborene Basch, in Dortmund zur Welt. Sie hatte noch drei Geschwister: Inge, Siegbert und Erika. Margot Benjamin verbrachte ihre Kindheit mit ihren Eltern und Geschwistern in der Kielstraße 3 in Dortmund. Ihr Vater Salomon Benjamin, genannt Salo, war die ersten Jahre nach Margots Geburt kaum zu Hause – er leistete bis zum 12. November 1918 Militärdienst. Am 6. August 1934 zog die Familie Benjamin in die Münsterstraße 112. Vom 17. Dezember 1935 bis zum 6. Mai 1936 war Margot Benjamin offiziell abgemeldet. Ihre Geschwister schrieben später, dass Margot eine Ausbildung in Krefeld zur Lederverarbeitung und Lederfärbung absolviert habe, vermutlich 1935/36 in Krefeld.
Im Anschluss lebte und arbeitete Margot Benjamin in Düsseldorf als Hausgehilfin. Sie wohnte in der Gartenstraße 112. Im Haus wohnte das Ehepaar Simon (1868-1942) und Laura Sostheim (1872-1940). Möglicherweise arbeitete Margot Benjamin für das Ehepaar im Haushalt. Am 30. April 1936 kehrte sie nach Dortmund in die Münsterstraße 112 zurück. Am 3. September 1937 zog sie mit ihren Eltern in die Kampstraße 118 und später in die Kielstraße 7. Am 26. Januar 1939 wurde die gemeinsame Wohnung aufgelöst, und alle Familienmitglieder melden sich mit verschiedenen Zielen ab. Der Vater Salo Benjamin nach Südamerika, Peru. Die Mutter Emma zunächst in die Münsterstraße 49 – sie folgte am 1. April 1939 ihrem Mann in die Emigration. Auch Margots Bruder Siegbert gelang die Emigration nach Südamerika. Ihre Schwester Ingeborg zog in die Leipziger Straße 1 um, und Margot meldete sich nach Menden ab.
Vom 22. August 1940 bis zum 23. Oktober 1941 arbeitete Margot Benjamin als Hausangestellte in der Villenstraße 18 in Remscheid. Am 26. Oktober 1941 wurde sie von Remscheid nach Düsseldorf gebracht und von dort am 27. Oktober 1941 in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Dort wurde sie mit 35 Personen in das Zimmer 5 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 eingewiesen. Für Margot Benjamin ist eine Arbeitsbuchnummer überliefert: 137/020749. Im Ghetto war sie zeitweilig dem „Arbeits-Einsatz f. Anfertigung von Strohschuhen“ zugeteilt. Margot Benjamin schrieb aus dem Ghetto eine Postkarte an Sally Cohen in Remscheid, die auch zugestellt wurde. Für den 73-Jährigen hatte Margot Benjamin als Haushälterin gearbeitet. 22 Am 5. Mai 1942 schrieb die Hauptkasse der Ghettoverwaltung aus Margot Benjamins „Postanweisungen“ einen Betrag von 58,50 Mark der Solidargemeinschaft des „Düsseldorfer Kollektivs“ gut.
Margot Benjamin wurde am 6. Mai 1942 über ihre bevorstehende „Aussiedlung“ aus dem Ghetto informiert. Am 7. Mai 1942 bekam sie keine Lebensmittelrationen mehr zugeteilt. Sie wurde am selben Tag mit dem IV. Transport aus dem Ghetto „ausgesiedelt“ und am nächsten Tag im Vernichtungsort Chełmno ermordet.